Ausläufer von „Das Fest“ sind auch außerhalb der Günther-Klotz-Anlage zu spüren. Besonders die Musik wird je nach Windverhältnissen in die umliegende Wohngegend getragen.
Ausläufer von „Das Fest“ sind auch außerhalb der Günther-Klotz-Anlage zu spüren. Besonders die Musik wird je nach Windverhältnissen in die umliegende Wohngegend getragen. | Foto: Rake Hora (Archivfoto)

Herausforderung für die Stadt

„Wir haben eine Routine entwickelt“

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Überfüllte Straßenbahnen, vom Wind weitergetragene Musik und gut gelaunte Jugendliche, die weiterfeiern wollen: „Das Fest“ spielt sich nicht nur in der Günther-Klotz-Anlage ab. Die Auswirkungen betreffen die gesamte Stadt. Zwar sprechen die Beteiligten wie etwa die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), die Polizei sowie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) von Routine, einen zusätzlichen Aufwand bedeutet die Großveranstaltung dennoch.

Normalbetrieb im Blick

„Umgerechnet fahren am ,Fest‘-Wochenende etwa 300 Stunden mehr Straßenbahnen durch die Stadt“, sagt Nicolas Lutterbach, Pressesprecher der Verkehrsbetriebe Karlsruhe. Das bedürfe mehrerer Monate Planung im Voraus. „Pro Tag sind 20 Mitarbeiter unseres Fahrpersonals mehr im Einsatz. Rechnet man die Werkstatt, Reinigung und Rangierdienste dazu, kommt man auf insgesamt 100 zusätzliche Dienste“, konkretisiert Lutterbach.

„Doch im Laufe der Jahre haben wir eine Routine entwickelt.“ Bei der Planung müsse vor allem darauf geachtet werden, dass im anschließenden Normalbetrieb niemand durcharbeitet. Das neue Kombi-Ticket aus „Fest“-Eintrittskarte und Fahrkarte spare Servicepersonal für die Kontrollen, verrät der VBK-Sprecher.

Kein „Fest“-Verkehr

Um das Verkehrsaufkommen rund um die Günther-Klotz-Anlage zu begrenzen, appelliert Bürgermeister Albert Käuflein an die Besucher, das Angebot der VBK zu nutzen oder mit dem Fahrrad anzureisen. „Denn die Parkplätze sind begrenzt“, betont er. „Unsere Einschätzung ist jedoch, dass die Veranstaltung keine Auswirkungen auf den Verkehr in der Gesamtstadt hat.“ Das Sicherheitsrisiko betrachte er ebenso wenig als erhöht.

Partyhungrige sind unterwegs.

„Wenn das Festival in der Klotze gegen Mitternacht beendet ist, sind noch viele Partyhungrige unterwegs. Die zieht es dann in die Innenstadt“, erklärt Horst Nowotschin, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Karlsruhe-West und Einsatzleiter bei „Das Fest“. „Probleme können dabei auftreten, aber nicht in Dimensionen, die exorbitant größer sind als sonst.“ Die Veranstaltung ist als Familienfest gedacht – das merke man auch an den Besuchern, ergänzt Nowotschin.

Verlagerung: Nach dem Ende der Konzerte ströme die "Das Fest"-Besucher an die Haltestelle Europahalle.
Verlagerung: Nach dem Ende der Konzerte ströme die „Das Fest“-Besucher an die Haltestelle Europahalle. | Foto: Rake Hora (Archivfoto)

Lärm als Problem

Aber: „Es kommt in der Zeit häufiger zu Anrufen wegen Lärmbelästigungen“, sagt der Polizist. Ungünstige Windverhältnisse trügen die Musik vom Gelände eben mehr oder weniger zu den Anwohnern. Anfang des Jahres habe man die Großveranstaltung in der Einsatzplanung berücksichtigt, Dienste und Urlaube so gelegt, dass man personell an diesen Tagen gut gerüstet sei.

Zur Herausforderung werde „Das Fest“ jedoch bei einem witterungsbedingten Abbruch, gibt der Einsatzleiter zu. Denn dann bestehe die schwierige Aufgabe der Polizei darin, die Besucherströme kurzfristig so zu lenken, dass alle rechtzeitig in Sicherheit seien.

Routine in der Planung

Bis zu einem halben Jahr im Voraus beschäftigt das Musikfestival auch die DRK-Stadtbereitschaft Karlsruhe. „Wir müssen Helfer akquirieren, das medizinische Material prüfen und die Bestände auffüllen“, erläutert Bereitschaftsleiter Malte Wolman. „Alles, was in Sichtweite des Geländes ist, zählt zu unserem Einsatzgebiet.“ Das seien etwa die Haltestellen sowie der Bereich rund um die Europahalle.

„Für uns als Stadtbereitschaft ist ,Das Fest‘ mittlerweile Routine“, betont Wolman. „Wir betrachten die Aufgabe mit Erfahrung, Gelassenheit und Ruhe.“ Vielmehr stiegen bei allen Beteiligten die Vorfreude und Motivation.

Beanspruchung hält sich in Grenzen.

Seiner Sache sicher ist sich auch das Amt für Abfallwirtschaft. „Durch die Mülltrennung wurde die Anzahl der Müllbehälter stark gestiegen, was personell im Amt für Abfallwirtschaft gestemmt werden muss“, erklärt Helga Riedel, Sprecherin der Stadt. Doch „Das Fest“ wirke nicht über die Günther-Klotz-Anlage hinaus.

„Weder die Straßenreinigung noch die normale Müllentsorgung sind beeinträchtigt“, betont Riedel. Bei der Grünpflege sei der Personalbedarf auch erhöht. „Aber dank guter Vorbereitung und Zusammenarbeit sowie durch Einbeziehung externer Fachkräfte hält sich die zusätzliche Beanspruchung in Grenzen.“