Kommentar
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Flickenteppich

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Für viele Eltern ist die verbindliche Ganztagsschule ein Schreckgespenst. Sie sorgen sich um ihre Flexibilität, haben Angst, den Nachwuchs bei dieser Schulform nicht mehr wie bislang am Nachmittag ins Fußballtraining oder in die Ballettschule schicken zu können – weil die Schule ihren Kindern eine Anwesenheitspflicht bis in den Nachmittag hinein diktiert. So einfach ist es aber nicht. Die Sache mit den Ganztagsschulen in der Fächerstadt ist kompliziert, es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß.

Fehlendes pädagogisches Konzept

Tatsache ist: Gegen den Willen der Eltern wird derzeit keine verbindliche Ganztagsschule eingeführt. Da müssen sich demnach auch die Grötzinger Eltern keine Sorgen machen, die jetzt eine Elterninitiative gründeten. Mit dieser protestieren sie aber weniger gegen den Ausbau der Ganztagsschule, vielmehr sorgen sie sich um die flexible Nachmittagsbetreuung, die ihnen momentan in ihrem Stadtteil noch der Hort bietet. Nach dem Willen der Ortsverwaltung ist dieser jedoch in einigen Jahren Geschichte. Wie eine mögliche künftige Nachmittagsbetreuung aussehen könnte, steht derzeit noch in den Sternen. Nicht jede Alternative gefällt den Grötzinger Eltern, sie sorgen sich um ein fehlendes pädagogisches Konzept – was häufig ein Problem bei den alternativen Betreuungsformen ist.

Wunsch nach einheitlichem Konzept

Und hier liegt auch der Großteil des Problems: Die Nachmittagsbetreuung für Grundschüler gleicht in Karlsruhe einem Flickenteppich. Im Sinne aller Beteiligten wäre auf lange Sicht ein einheitliches Konzept wünschenswert. Momentan müssen die Eltern in der Regel das nehmen, was sie bekommen. Das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.