Kunst auf dem Marktplatz
„EIN DEUTSCHES WUNDER“ – so nennt Georg Seibert den Käfer. Mit der Hängeskulptur im Stahlverhau, die über dem Abgang zur noch lange nicht fertigen U-Strab hängt, will der Künstler Hoffnung auf Erfolg ausdrücken. | Foto: Sandbiller

ZKM bringt Kunst zur U-Strab

„Flieg, Käfer flieg“

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Ein Käfer ist am Marktplatz auf dem Abgang zur Karlsruher Unterwelt gelandet – bis 12. November soll er dortbleiben. Er liegt nicht hilflos auf dem Rücken, er hängt mit den Rädern nach unten stabil in der Luft. Doch mit „Flieg, Käfer flieg“ kann ihm nicht geholfen werden.

Im Stahlverhau

Es ist ein Käfer aus Stahl, und er ist in einem Stahlverhau gefangen. Das heilige Blech des deutschen Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg, das auch als Exportschlager um die Welt lief und lief, steht hinter Gittern. Ein luftiger Block aus Bewehrungseisen schließt das heutige Kleinod der Automobilgeschichte ein.

Helbblauer Käfer und blaue Schafe

Das ZKM zeigt wieder Kunst an der Kombi-Baustelle: Die Installation „Der Käfer – Ein deutsches Wunder“ von Georg Seibert ist auf dem Sockel des künftigen Treppenabgangs zur U-Bahn-Haltestelle „Marktplatz“ zu bestaunen. Der hellblaue Käfer landete bereits einmal auf dem Bahnhofplatz. Am Marktplatz ließen Karlsruher Kunstgestalter auch schon ein Haus mit Wurzeln über den Köpfen schweben oder blaue Schafe auf einer Kunstweide am Gleis grasen.

Hoffnung auf ………………

„Bis heute genießt der VW Käfer Kultstatus, dies nicht nur bei Autoliebhabern, sondern auch bei Filmemachern, Musikern und Künstlern“, so das ZKM. Für Georg Seibert sei dieser Volkswagen der Inbegriff von „Hoffnung auf mehr Leben und Freiheit, Kultur und Erfolg“. Er hole seine Käfer-Skulptur bewusst von der Straße und setze das Blechtier in ein dreidimensionales Raster aus verzinktem Baustahl, in ein „Kunst-Haus“.