Eine 50 Kilogramm schwere Fliegerbombe wurde am Montagabend in der Karlsruher Nordweststadt erfolgreich entschärft. | Foto: jodo

Aufatmen in Karlsruhe

Fliegerbombe entschärft

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Es ist geschafft! Um 20.25 Uhr kommt am Montagabend in der Karlsruher Nordweststadt, in unmittelbarer Nähe der Kinder- und Frauenklinik, endlich die Entwarnung. Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hatten eine 50 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft. Die Anwohner, darunter viele Studenten aus dem Wohnheim Nancystraße, konnten wieder in ihre Wohnungen und Zimmer zurückkehren.

Baggerfahrer entdeckt Bombe

Entdeckt wurde die Bombe am Montag gegen 14 Uhr bei Arbeiten im Bereich Franzosenplatz/Nancystraße. Ein Bagger hatte Erdaushub von der Baustelle im Städtischen Klinikum transportiert, um es im Bereich des Franzosenplatzes abzuladen. Beim Abladen sei dann die Fliegerbombe bemerkt worden, sagt Raphael Fiedler, Leiter der Pressestelle beim Polizeipräsidium Karlsruhe. Um den Fundort wurde im Radius von 100 Metern eine Sicherheitszone eingerichtet.

In dem abgesperrten Gebiet mussten mehrere Blocks eines Studentenwohnheims, einige Häuser sowie eine Kleingartenanlage evakuiert werden. Mehr als 40 Polizeibeamte waren im Einsatz. | Foto: jodo

Rund 120 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen

Gegen 18 Uhr begann die Polizei mit der Evakuierung, betroffen waren unter anderem drei Blocks des Studentenwohnheims Nancystraße, etwa zehn Häuser sowie eine Kleingartenanlage. Laut Polizei mussten rund 120 Personen ihre Wohnungen und Wohnheimzimmer verlassen. Der betroffene Bereich wurde für den Verkehr abgesperrt, eine Umleitung eingerichtet. Mehr als 40 Polizeibeamte waren im Einsatz, dazu Mitarbeiter der Stadt sowie Feuerwehr und Rettungsdienste.

 

Bevor die 50 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden konnte, musste sie mit Betonringen ummantelt werden. | Foto: jodo

Fliegerbombe wurde mit Betonringen ummantelt

Die Fliegerbombe wurde vor der Entschärfung zunächst mit mehreren Betonringen ummantelt, das Konstrukt zusätzlich mit Sand gedämmt. Die Ummantelung sollte im Falle einer Explosion dazu führen, dass diese nach oben geht, so die Polizei. „Ohne die Ringe hätten wir einen Radius von 300 Metern ziehen müssen“, sagt Polizeisprecher Raphael Fiedler. Dann hätte man auch die Kinder- und Frauenklinik evakuieren müssen. Und wäre die Bombe gar an der ursprünglichen Stelle, auf der Klinikum-Baustelle entdeckt worden, wäre die gesamte Klinik betroffen gewesen.

Anwohner üben sich zweieinhalb Stunden in Geduld

„Eigentlich wollte ich jetzt Heim und lernen“, erzählt ein Student, für den aber kurz nach 18 Uhr am rot-weißen Absperrband zunächst Endstation ist. Er kann nicht ins Wohnheim, die anderen müssen raus. „Es war ein Schockmoment, als es an der Tür klopfte und die Polizei plötzlich auf dem Flur stand“, berichten Isabella und Ciro. Die beiden stehen sichtlich mitgenommen in der Nancystraße. „Jetzt wissen wir auch nicht so recht weiter.“ Sie mussten sich gut zweieinhalb Stunden in Geduld üben, bis die Polizei Entwarnung gibt und sie ins Wohnheim zurück können