Mendelssohnplatz
IM VERHAU der Absperrungen um die Kombi-Baustelle für den Autotunnel Kriegsstraße müssen sich die Verkehrsteilnehmer zurechtfinden. Am Montag gelang dies weitgehend ohne lange Staus. | Foto: jodo

Baggern am Mendelssohnplatz

Flüssig durch die Barrikaden

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Die Schienen biegen sich, bis sie brechen. Die Bagger lassen auf dem Mendelssohnplatz nicht mehr locker. Sie beißen sich durch den Asphalt, untergraben das Gleis und reißen es raus. Schweres Gerät beherrscht seit Montagmorgen den Verkehrsknoten im Südosten der Innenstadt.

Die Autolenker und die Radfahrer sowie die Fußgänger müssen sich in dem rot-weißen Gewirr der Absperrungen ganz neu orientieren. Lange Staus aber bildeten sich am Montagmorgen nicht an und um den Knoten. Überhaupt blieb der Verkehr auf der Kriegsstraße zum Schulbeginn recht flüssig. Immerhin ist Karlsruhes Baustellenstraße trotz aller Behinderungen durch die Kombi-Arbeiten durchgängig zweispurig.

Mancher Urlaubsrückkehrer, der am Montag nach den Wochen am Strand ohnehin Schwierigkeiten hat, pünktlich den Arbeitsplatz zu finden, sieht seinen Weg am Rüppurrer Tor versperrt. Nichts geht dort mehr von Süden, die Rüppurrer Straße ist stadteinwärts am Mendelssohnplatz verbarrikadiert.

Dort geht noch einige Tage nicht mal das Rechtsabbiegen Richtung Erhardboulevard und Kapellenstraße. Auch die Fahrt von Norden aus der Fritz-Erler-Straße auf die Kriegsstraße ist erheblich eingeschränkt: Nur das Rechtsabbiegen Richtung Ettlinger Tor ist möglich. Das Linksabbiegen ist ausgeschlossen, ebenso die Geradeausfahrt über den Mendelssohnplatz in die Rüppurrer Straße.

In wenigen Wochen werde man die Situation wieder etwas entschärfen, versichert die Kombi-Bauherrin Kasig. Dann könne man die Baustelle noch in Kreuzungsnähe umfahren, um relativ direkt von Nord nach Süd und umgekehrt zu kommen, erklärt Johannes Häberle, Kasig-Projektleiter für den Umbau der Kriegsstraße.

Nach dem Abräumen der Oberfläche rückt der Kampfmittelbeseitigungsdienst am Mendelssohnplatz an. Ist der Untergrund ausreichend sondiert, beginnt am 21. September der Verbau der Grube, in welcher dann ein weiterer Abschnitt des Autotunnels Kriegsstraße in Beton gegossen wird.

Dabei entstehen zunächst auch die Widerlager für die Gleisbrücken. Über sie sollen ab Mitte November die Straßenbahnen auf der Nord-Süd-Route Fritz-Erler-/Rüppurrer Straße über die Tunnelgrube rollen. Der Mendelssohnplatz ist nun bis 2020 eine Großbaustelle.