Auch mit dem Smartphone können eindrucksvolle Fotos entstehen. | Foto: Hora

BNN-Fotograf Rake Hora empfiehlt

Fotografie: Elf Tipps für schönere Bilder

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Sommerzeit ist Urlaubszeit und damit auch die Zeit, in der wieder viel fotografiert und Material für die nächsten Fotoalben- und -bücher gesammelt wird. Oft ist das Ergebnis allerdings ernüchternd und so gar nicht zufriedenstellend. Rake Hora, Fotograf der Badischen Neuesten Nachrichten, verrät, wie man mit einfachen Kniffen bereits viel schönere Fotos erstellt und die Erinnerungen optimaler im Bild festhält.

1. Warmes Licht

Am besten bei Sonnenauf- oder untergang fotografieren. Früh aufstehen lohnt sich, aber auch die „Blaue Stunde“ am späten Nachmittag bietet ideale Lichtverhältnisse. Doch auch Regenwetter kann für Porträts genutzt werden und diese spannend machen.

2. Nicht immer „Stehschuss“

Der Fotograf sollte immer mal wieder den Blickwinkel wechseln, in die Hocke gehen, auf eine Leiter steigen oder auch mal liegend fotografieren. Eine „Über-Kopf“-Haltung schafft ebenfalls interessante Perspektiven.

3. Sich bewegen und auf das Motiv zugehen

Das Wesentliche sollte so nah wie möglich erfasst werden. Dabei kann der Fotograf interessante Details suchen – „close-up“, nah drangehen. Schön ist außerdem, wenn der Hintergrund unscharf wird und eine „Schärfentiefe“ entsteht.

 

4. Stabile Kamerahaltung

Mit angewinkelten Armen vermeidet man ein wackeliges Bild. Bei schlechten Lichtverhältnissen oder wenn kein Stativ zur Hand ist, kann man auch nach vorhandenen Auflagen suchen. An einem Baumstamm, einem Ast, einem Geländer oder einer Autotür kann man sich zum Beispiel ideal auflehnen.

5. Den Fotografierten ansprechen und umstellen

Oft steht der Fotografierte in einem ungünstigen Umfeld, zum Beispiel direkt neben einem Mülleimer. Dann sollte der Fotograf sein Modell ansprechen und umstellen. Es kann auch sein, dass die Lichtsituation an einer anderen Stelle optimaler ist. Bei Gegenlicht sollte der Blitz eingeschaltet werden.

6. Blickkontakt

Oftmals ist es schöner, wenn der Fotografierte in die Kamera blickt. Bei Reisen kann der Fotograf die Einheimischen ansprechen, um Erlaubnis fragen und dann mit Blick in die Kamera fotografieren – sehr schnell erhält der Fotograf so auch ein Lächeln.

7. Ersatz-Akku und zusätzliche Speicherkarten

Ersatz-Akkus und zusätzliche Speicherkarten gehen in jede Fotografentasche. Ein weiterer Tipp lautet: Lieber mehrere Aufnahmen machen als zu wenig.

8. Linienführung nutzen

Wege und Straßen, die durch das Bild laufen, können in das Foto integriert werden. Hilfreich sind zudem Motive, an denen man die Größe erkennen kann.

 

9. Auf den Hintergrund achten

Ist der Hintergrund ruhig? Oder ragt etwas heraus? Störungen im Bild sollten vermieden werden. Zum Beispiel sollte nichts „aus dem Kopf heraus wachsen“, etwa eine Laterne oder ein Baum. Bewusst eingesetzt, kann es zu lustigen Motiven führen.

Im richtigen Moment abgedrückt: Der Papagei hat Platz genommen. | Foto: Hora

10. Motiv nicht in die Mitte

Mit einer Zwei-Drittel-ein-Drittel-Aufteilung, dem Goldenen Schnitt, wird ein Bild spannender. Generell gilt, mit Ausschnitten zu spielen oder ein Motiv mal in den Vorder- und mal in den Hintergrund zu stellen.

11. Vordergrund schaffen

Eine Landschaftsaufnahme kann beispielsweise mit Pflanzen oder Gegenständen befüllt werden (diese können durchaus unscharf erscheinen). Sie schaffen dann mehr Stimmung und Tiefe.

 

Weitere generelle Tipps

  • Kippen des Motivs vermeiden (außer wenn gewollt) und auf einen geraden Horizont achten.
  • Keinen Digital-Zoom verwenden (verschlechtert die Bildqualität).
  • Die beste Kamera ist immer die Kamera, die der Fotograf im wichtigen Moment zur Hand hat.
  • Auch mal bei Tageslicht mit Blitz fotografieren, einfach ausprobieren.
  • Beim Fotografieren aus dem Flugzeug: die Kamera direkt ans Fenster drücken.
Mit Spiegelungen spielen ist sehr reizvoll. | Foto: Hora
  • Spiegelungen nutzen: Seen, Flüsse, Pfützen und Fenster bieten viele Möglichkeiten. Je nach Position entstehen natürliche und schöne Spiegelbilder.
  • Unterbelichtete (dunkle) Fotos sind für eine eventuelle Nachbearbeitung immer besser geeignet als zu helle Aufnahmen.
  • Gelegentlich die Linse reinigen (zum Beispiel mit einem Brillenputztuch).
Rake Hora ist Fotograf bei den Badischen Neuesten Nachrichten. | Foto: BNN

Auszüge von Horas Arbeiten gibt es beispielsweise auf seinem Instagram-Account.