Dörte Schäfer hilft im Cyberforum beim Einstieg in die IT-Branche. Aktuell bereitet sie als Projektleiterin die neuen "Girls' Digital Camps" vor.
Dörte Schäfer hilft im Cyberforum beim Einstieg in die IT-Branche. Aktuell bereitet sie als Projektleiterin die neuen "Girls' Digital Camps" vor. | Foto: pr

Drei Fragen an Dörte Schäfer

Frauen in IT-Berufen: „Einfach machen“

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Im Cyberforum hilft Dörte Schäfer als Expertin für Personal und Recruiting beim Einstieg in die IT-Branche. Aktuell arbeitet sie als Projektleiterin an der Vorbereitung der neuen „Girls’ Digital Camps“. Was das ist und welche Tipps sie generell für Frauen in der Digitalbranche hat, verrät sie im BNN-Interview.

Kennen Sie aus Ihrem eigenen Berufsleben Momente, in denen Sie als Frau Vor- oder Nachteile hatten?

Schäfer: Das gibt es ja eigentlich in jedem Beruf – für Männer und Frauen. Beim Handwerk zum Beispiel haben Männer Vorteile, wenn viel Kraft gebraucht wird. In anderen Berufen ist Einfühlungsvermögen gefragt, was für Frauen spricht. Heutzutage ist das aber ziemlich ausgeglichen, auch in der IT-Branche. Typische Eigenschaften von Frauen sind sogar gefragt und man wünscht sich durchmischte Teams.

Was würden Sie Frauen raten, die sich für eine Karriere in der IT-Branche interessieren?

Schäfer: Einfach machen. Bei mir war der Knackpunkt, dass mein Vater Informatiker war und mich schon früh an die Technik und die Anwendungsmöglichkeiten herangeführt hat. Ich wollte aber etwas Kreatives machen, eine Bauzeichner-Ausbildung. Dort im Architekturbüro haben wir eine 3D-Animation für die Stuttgart-21-Pläne erstellt. Später im Informatikstudium bin ich dann in die Medizintechnik gerutscht. Das zeigt: Informatik bedeutet nicht nur, allein im Kämmerchen zu sitzen und zu programmieren. Und das wollen wir mit den Girls’ Digital Camps vermitteln.

Was passiert bei den Girls’ Digital Camps?

Schäfer: Im Rahmen der Karlsruher Technik-Initiative werden Schulen mit Fischertechnik ausgestattet und AG-Leiter geschult, um Schüler spielerisch an Technik heranzuführen – denn sie ist heutzutage in Smartphones und anderen Geräten gar nicht mehr sichtbar, anders als zum Beispiel noch beim Kassettenrecorder. Mit den Girls’ Digital Camps wollen wir Coding-Clubs speziell für Mädchen etablieren. Das Projekt wird vom Wirtschaftsministerium des Landes gefördert. Zusätzlich ist geplant, IT-Unternehmen zu besuchen, um den Bezug zur „realen Welt“ zu eröffnen. Mädchen sollen erkennen, was für Arbeitsfelder es für sie rund um IT-Themen gibt und sich selbst Probleme suchen, die sie dann lösen. Denn sie werden sich nie für etwas begeistern, das sie nicht interessiert. Wie etwa ein Auto funktioniert, stellt für die meisten Mädchen keine Aufgabe dar – sie interessieren sich mehr für Medizin oder Umweltschutz.

Mitmachen
Für die Girls’ Digital Camps sucht Projektleiterin Dörte Schäfer noch Fischertechnik- und Coding-Fans, die gerne eine Technik-AG leiten würden. Kontakt per E-Mail an schaefer@cyberforum.de