Am 20. Dezember 1983 war Böckenförde zum Richter des Bundesverfassungsgerichts ernannt worden. Nun ist er im Alter von 88 Jahren verstorben. | Foto: Uli Deck/ dpa

Mit 88 Jahren

Früherer Bundesverfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde gestorben

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Der frühere Bundesverfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde ist am Sonntag im Alter von 88 Jahren gestorben. Dies berichtete das Bundesverfassungsgericht am Montag in einer Pressemitteilung.

Am 20. Dezember 1983 war Böckenförde zum Richter des Bundesverfassungsgerichts ernannt worden. Bis zu seinem Ausscheiden am 3. Mai 1996 war er Mitglied des Zweiten Senats. Sein Dezernat umfasste insbesondere das Asylrecht sowie das Finanzerfassungs- und Haushaltsrecht.

Das Verfassungsgericht erinnerte in einer Mitteilung beispielhaft an die Entscheidungen zum Länderfinanzausgleich und zu „Nachfluchttatbeständen“, die Böckenförde vorbereitet hatte. Elf Mal habe er mit einem Sondervotum eine abweichende Meinung abgegeben.

Nach seiner Habilitation hatte der Rechtswissenschaftler an den Universitäten Heidelberg, Bielefeld und Freiburg gelehrt. Er wurde unter anderem mit dem Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken ausgezeichnet. Zuletzt lebte Böckenförde in Au bei Freiburg.