Verschnaufpause im „Wohnzimmer“: Gerade während der Sommermonate verbringt der deutsche Weitsprung-Meister Julian Howard von der LGR Karlsruhe viel Zeit im Beiertheimer Carl-Kaufmann-Stadion. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London wird es für ihn am Freitag ernst. | Foto: Manfred Spitz

Weitspringer Julian Howard

Geselliger Typ und Hobbykoch

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Karlsruhe und Julian Howard – das passt. „Die Stadt hat so viel zu bieten. Sie ist so grün. Es gibt jede Menge Sportmöglichkeiten und so viele Orte zum Wohlfühlen“, schwärmt der 28-Jährige von der Leichtathletik Gemeinschaft Region (LGR) Karlsruhe. Deutschlands derzeit bester Weitspringer liebt die „schönen Restaurants hier, bei denen man draußen sitzen kann.“ Er mag die Günther-Klotz-Anlage. Und, nur einen Steinwurf von der „Klotze“ entfernt, das Carl-Kaufmann-Stadion. „Das“, meint Howard schmunzelnd, „ist mein Lieblingsplatz. Da verbringe ich die meiste Zeit.“ Mit den LGR-Springern und Trainer Udo Metzler.

Julian Howard ist Deutschlands derzeit bester Weitspringer

Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft ab Freitag in London vertritt Julian Howard die deutschen Farben in der Weitsprung-Konkurrenz. Der zweimalige deutsche Hallen-Meister (2014/2017), deutsche Meister im Freien, Hallen-EM-Fünfte und Team-Europameister 2017 ist dann der einzige Teilnehmer mit dem Bundesadler auf der Brust.

Ehrgeizig und perfektionistisch angehaucht

Sein Ziel in London? „Meine Saisonbestleistung bestätigen (8,15 Meter; d. Red.)“, sagt Howard, der sich als „sehr ehrgeizig und perfektionistisch angehaucht“ beschreibt. „Wenn ich über 8,05 Meter springe, kann ich mir nichts vorwerfen. Dann ist mir auch die Platzierung egal“, so der Karlsruher Sportler des Jahres 2014.

2014 Karlsruher Sportler des Jahres

Howards Mutter kommt aus der Pfalz. Sein Vater aus Jamaika, er war zu College-Zeiten Sprinter. „Kennengelernt haben sie sich während eines Auslandssemesters von ihm“, erzählt Howard, der in Mannheim aufgewachsen ist, als Knirps Fußball spielte, dann aber lieber eine Individualsportart ausüben wollte und sich als Neunjähriger für die Leichtathletik (MTG Mannheim) entschied. 2012 wechselte er zur LGR Karlsruhe – und startete bei Udo Metzler durch.

Meister des Sprungs – und der Salatkreationen

Julian Howard ist ein geselliger Typ. Er mag gemütliche Abende in netter Runde – und er kocht sehr gerne. „Aber jetzt, mitten in der Saison, ist das so eine Sache. Da gibt’s nur Salate. Ich habe schon die kreativsten Variationen gemacht“, erzählt er schmunzelnd. „Und meine Freundin damit überrascht“, fügt er augenzwinkernd hinzu.

Nach der Sportkarriere Lehrer am Gymnasium

Nach dem Abitur 2008 in einem Mannheimer Sportgymnasium zog es Julian Howard von der Quadrate- in die Fächerstadt. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) begann er sein Maschinenbaustudium, merkte aber, „dass dies nicht die Berufswahl ist, die mich ein erfülltes Leben genießen ließe“ und machte – nach erfolgreichem Abschluss – mit einem Zweitstudium auf Lehramt (Mathematik und Sport) weiter. Das will Howard 2020 beenden. Genau wie seine Karriere als Leistungssportler; bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Junge Leute für die Leichtathletik begeistern

„Rio 2016 musste ich verletzungsbedingt absagen. Wenn’s mein Körper zulässt und die Rahmenbedingungen stimmen, möchte ich Olympia noch einmal in Angriff nehmen“, sagt der 28-Jährige, der gerade bei der B-Trainer-Ausbildung auf der Zielgeraden ist. „Im Oktober bin ich fertig“, so Howard. „Nach dem Leistungssport würde ich gerne neben meinem Job als Gymnasiallehrer junge Athleten betreuen und für die Leichtathletik begeistern“, verrät er. „Es wäre schön, wenn ich in Karlsruhe bleiben könnte – und bei der LGR eine Gruppe übernehmen.“

Julian Howard wurde am 3. April 1989 in Mannheim geboren. Sein Vater stammt aus Kingston, Jamaika, seine Mutter aus der Pfalz. Er hat eine Halbschwester, die in London lebt. 2009 kam Howard nach Karlsruhe, um Maschinenbau zu studieren. Nach erfolgreichem Abschluss 2012 begann er ein Zweitstudium (Lehramt: Mathe/Sport). Seit 2012 ist Howard bei der Leichtathletik Gemeinschaft Region (LGR) Karlsruhe. Der 28-Jährige ist amtierender deutscher Weitsprung-Meister – und führt mit 8,15 Metern die nationale Jahresbestenliste an.

 

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