Gemeinsam mitfiebern - das soll bei der WM im Wildparkstadion wieder möglich sein. Auf dem Stephanplatz wird es dieses Mal aber keine Leinwände geben. | Foto: jodo

Public Viewing in Karlsruhe

Fußballgucken in großer Runde

In drei Wochen startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland und für viele steht schon jetzt fest: Geguckt werden die Spiele in großer Runde. Seit der WM 2006 in Deutschland gehört das Public Viewing zu dem Turnier wie die Stollen zu den Kickschuhen.

Public Viewing im Wildparkstadion

In vielen Gaststätten und Biergärten sollen die Spiele zwischen dem 14. Juni und dem 15. Juli auch live übertragen werden – dafür braucht es allerdings eine entsprechende Genehmigung vom Ordnungs- und Bürgeramt der Stadt. Die Anfragen dafür sind bislang recht überschaubar: „Wir haben nur drei vorliegen“, sagt der stellvertretende Amtsleiter Günter Cranz. Angefragt für öffentliches Fußballschauen seien bislang das Wildparkstadion, der Rathausplatz in Grötzingen und die Dorfschänke in der Karlsruher Altstadt. Derzeit werden die Anträge noch bearbeitet, laut Cranz werden alle drei aber genehmigt werden. Der stellvertretende Amtsleiter rechnet noch mit einigen Anträgen in den kommenden Wochen: „Etwa 30 werden es sicher werden.“

Genehmigung erforderlich

Es sei immer genehmigungspflichtig, Spiele draußen zu übertragen – egal, ob sich der Außenbereich auf öffentlicher oder privater Fläche befinde. „Alle wichtigen Angaben, welche Spiele übertragen und wie viele Fernsehgeräte, Beamer und Leinwände aufgestellt werden, sollten genannt sein, um Rückfragen zu vermeiden und eine schnelle Antragsbearbeitung zu ermöglichen“, erklärt der Leiter des Ordnungsamts, Björn Weiße.

Lärmschutz gelockert

Der Lärmschutz wurde von der Bundesregierung für die Zeit während der Fußball-Weltmeisterschaft gelockert. Das bedeutet, dass auch nach 22 Uhr noch draußen Fußballspiele gezeigt werden dürfen. Als Begründung heißt es, dass an den Fußballspielen „ein erhebliches öffentliches Interesse“ bestehe. „Das ist natürlich toll für die Betreiber“, sagt dazu Waldemar Fretz, stellvertretender Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Baden-Württemberg (Dehoga).

Stephanplatz ist nicht dabei

Und auch, wenn sie noch keinen Antrag gestellt haben, wollen einige Kneipen und Restaurants ein Public Viewing anbieten: Beispielsweise das „Ludwigs“ am Ludwigsplatz, das „Lago Bowlingcenter“ oder das „Vogelbräu“ in der Innenstadt und in Durlach. Auch das Restaurant „Alex“ in der Postgalerie ist in diesem Jahr mit vier Fernsehern dabei – zwei sollen im Innen- und zwei im Außenbereich aufgestellt werden“, sagt Schichtleiter Riccardo Aloisi. Gemeinsames Gucken im großen Stil auf dem gesamten Stephanplatz wird es aber nicht mehr geben. Die Sicherheitsvorkehrungen seien nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 enorm gestiegen, so Aloisi. „Das ist uns auch schlicht zu teuer.“