Ronny Grehl stammt aus Aue, lebt seit vielen Jahren in Karlsruhe, ist KSC-Fan, aber auch Aue verbunden. | Foto: jodo

Relegationsentscheidung in Aue

Gänsehautfeeling und viel Hoffnung vor dem Rückspiel

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Bei Ronny Grehl schlagen vor dem Rückspiel des KSC beim FC Erzgebirge Aue (live im BNN-Ticker) sprichwörtlich zwei Herzen in der Brust. Seit 1991 ist der heute 37-Jährige bereits KSC-Fan, aber er ist auch zutiefst mit Erzgebirge Aue verbunden. Denn Grehl, der seit 2007 mit Familie in Karlsruhe lebt, kommt aus einem kleinen Dorf bei Aue im Erzgebirge. „Ich hatte Freunde, die KSC-Fans waren“, erinnert sich Grehl an die damals kleine Gruppe von drei, vier KSC Fans. Eine tolle Mannschaft, so war sein Eindruck einst vom KSC, hinzu kam die Begeisterung für Thomas „Icke“ Häßler. Grehl war aber auch eine Zeit lang Ordner bei Erzgebirge Aue, damals „Wismut Aue“, lernte im Stadion auch seine heutige Frau kennen. Doch dann zog es ihn beruflich nach Karlsruhe, die Region kannte er bereits durch Verwandte. Inzwischen arbeitet er als Jugend- und Heimerzieher im Schloss Stutensee – eine „Berufung, nicht nur Beruf,“ wie er sagt.

Ein klares Ergebnis, ein klarer Sieger

In Karlsruhe ist er in einem KSC-Fanklub – „mit anderen jungen Vätern“, wie der Vater zweier Kinder schmunzelnd erzählt. Das Hinspiel am Freitagabend konnte er aber nicht im Stadion verfolgen, er war noch krankgeschrieben. Vor dem Entscheidungsabend hat er zwei klare Positionen: „Ich würde mir wünschen, dass Aue oben bleibt – aber ich sage auch, dass der KSC es verdient hat aufzusteigen.“ Und da beides zusammen nicht funktioniert, hofft er auf ein „klares Ergebnis, einen klaren Sieger“. Am Dienstag geht er wieder arbeiten, vielleicht reicht ihm die Zeit fürs Public Viewing im Wildpark. „Wenn nicht, dann Streaming am Computer!“
Der evangelische Stadtdekan Thomas Schalla war am Freitagabend im Stadion – und zeigt sich immer noch begeistert über die Stimmung: „Das war super!“ Die Leistung der beiden Mannschaften sei klasse gewesen, beide gleichauf – „allerdings war der KSC näher am 1:0 als Aue. Es habe echte „Gänsehautmomente“ gegeben, so Schalla, der immer mal wieder KSC-Spiele besucht. Das Spiel am Dienstagabend wird er am Fernseher verfolgen. Als Dekan hat er natürlich auch einen eigenen Blick auf die Begeisterung der Fans „Das hat schon eine gewisse spirituelle Kraft, wenn ich etwa auf die Fangesänge schaue, das folgt einer ganz eigenen Liturgie, mit Vorsänger und Strophen“, so Schalla. Sportbürgermeister Martin Lenz verfolgte das Hinspiel ebenfalls im Stadion und schwärmt von der Stimmung. „Für mich war es Gänsehautfeeling pur: Bereits morgens die ersten Fantrikots in der City, im Stadion grandioser Empfang und tolle Unterstützung der Mannschaft, das ist Karlsruhe pur – hoffentlich bald in einem reinen Fußballstadion!“ Das Spiel sei ein Spiegelbild der erfolgreichen Aufholjagd dank Alois Schwarz. „Die Krönung dieser unglaublichen Aufholjagd ist mehr als verdient.“ Er blickt optimistisch auf das Spiel am Abend: „Mein Tipp: 1: 1 und damit Aufstieg!“. Auch Martin Wacker, Stadionsprecher und von Beruf Geschäftsführer der städtischen Marketing- und Event-GmbH, zeigte sich beeindruckt: „Kann ein Team mehr Fan-Rückenwind zu einem Auswärtsspiel mitnehmen als der KSC nach dem Stimmungsorkan im Hinspiel? 94 Minuten brodelte der altehrwürdige Wildpark und zwar das gesamte Rund,“ sagte Wacker gegenüber den BNN. Den Frust von Aue habe man gespürt, beim KSC dagegen die Lust.

Public Viewing

Im Wildparkstadion kann man am Dienstagabend das Spiel ab 18.15 Uhr auf einer großen Leinwand verfolgen. Veranstalter ist BadenTV, Einlass ab 16.30 Uhr. Auch in Gaststätten und Kneipen lässt sich das Spiel anschauen, unter anderem im Vogelbräu in der Kapellenstraße, der Marktlücke am Marktplatz, dem Lago in der Gablonzer Straße.

Die BNN berichten ab 14 Uhr in einem Live-Ticker Audi Aue und den Wildpark.