Arbeitsteilung: Drazan Salavarda (rechts) und Samuel DeVoe sollen eine verkorkste Saison für die PSK Lions noch zu einem glücklichen Ende führen. | Foto: GES

Neues Trainer-Duo beim PSK

Geballte Erfahrung: Lions-Coach Salavarda stand schon mit Nowitzki auf dem Feld

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Drazan Salavarda gehörte einst zu den Würzburger Aufstiegshelden und spielte dort mit der späteren NBA-Ikone Dirk Nowitzki zusammen. Im Karlsruher Basketball ist der 1989 aus Zagreb nach Baden gekommene Salavarda eine festen Größe und ein prägendes Gesicht beim PS Karlsruhe. Die PSK Lions soll er nun vor dem Absturz in die Drittklassigkeit bewahren.

An den vielleicht wichtigsten Korbleger seiner Karriere erinnert sich Drazan Salavarda auch mehr als 20 Jahre später noch lebhaft. „Wir waren drei Punkte vorne und nach einer Auszeit im Angriff, als mir Ivo Nakic den Ball unter den Korb gepasst hat“, erzählt Salavarda, der sich die Chance nicht nehmen ließ.

Er verwandelte und beseitigte damit Sekunden vor dem Ende der Partie gegen Freiburg alle Zweifel am Bundesliga-Aufstieg der DJK Würzburg beseitigte. An Salavardas Seite an jenem 5. April 1998: ein 19 Jahre alter Schlaks namens Dirk Nowitzki.

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Duo mit dem jungen US-Coach DeVoe

Samuel DeVoe war damals gerade mal sechs Jahre, heute ist es der US-Amerikaner, der an Salvardas Seite ist. Und es geht nicht um Aufstiegsträume, sondern um Abstiegsängste: Das Trainer-Duo soll nach der Beurlaubung von Headcoach Ivan Rudez die PSK Lions vor dem Fall in die dritte Basketball-Liga bewahren.

Weil Salavarda die nötige Lizenz besitzt, fungiert er offiziell als Chef. Gleichwohl sehen sich beide als Tandem, teilen sich die Aufgaben. „Sie ergänzen sich richtig gut“, findet PSK-Abteilungsleiter Danijel Ljubic.
„Wir haben die gleiche Basketball-Idee, das ist wichtig“, sagt Salavarda, der als Profi und Trainer über jahrzehntelange Basketball-Erfahrung verfügt und so auch eine gewisse Gelassenheit vorlebt.

Es ist schwierig, weil wir wenig Zeit haben.

Samuel DeVoe, Trainer

Allerdings: „Es ist schwierig, weil wir wenig Zeit haben. Da kannst du nicht alles ändern“, sagt der aus Indianapolis stammende DeVoe, der von Rudez im vorigen Sommer nach Karlsruhe geholt worden war. „Ich habe viel von Ivan gelernt“, sagt der 27-Jährige, der in einem Basketball-Verrückten Umfeld aufgewachsen ist und für den früh klar war: „Coachen ist mein Ding.“

Nach dem Aus für Rudez Anfang dieses Monats kann er sich nun mit Salavarda beweisen. Damit die verkorkste Saison noch ein glückliches Ende nimmt, komme es nicht zuletzt auf einen „positiven Team-Spirit“ an, sagt DeVoe. Und der stimme: „Die Jungs kämpfen füreinander.“

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Wieder kein Erfolgserlebnis – LIONS scheitern auch an Jena In der letzten Partie vor einer dreiwöchigen Punktspielpause gelang es den PS Karlsruhe LIONS am 8.Februar wie in den vorangegangenen Duellen nicht, ihre durchaus vorhandenen Siegchancen in positive Ergebnisse umzusetzen. Der Endstand am 25. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA in der Karlsruher Europahalle lautete 82:89 zugunsten der Gäste von Science City Jena. Das Publikum sah im ersten Viertel zunächst ein enges Spiel, in dem die LIONS dem Tabellendritten aus Thüringen durchaus ebenbürtig waren. Jena ging zwar früh in Führung, konnte sich aber nicht absetzen. Mit 16:19 ging es in den folgenden Spielabschnitt, zu dessen Mitte die Hausherren erstmals fast den Anschluss verloren und zweistellig in Rückstand gerieten, sich aber zwei Minuten vor der Halbzeitpause wieder bis auf vier Punkte herangekämpft hatten. Zur Spielmitte betrug die Differenz jedoch 37:47 Punkte. Der 12:2-Punkte-Run, den Jena unmittelbar nach Wiederanpfiff ansetzte, schraubte den Zwischenstand schnell auf 39:57. Der Favorit schien die Partie zu diesem Zeitpunktklar zu kontrollieren. Doch Karlsruhe konterte mit 19:4 Punkten in Folge und war damit kurz nach Beginn der abschließenden zehn Minuten bis auf zwei Zähler an den Gegner herangerückt, nach dem das dritte Viertel beim Stand von 59:64 beendet gewesen war. Der nun folgende Jenaer Lauf von 12:2 sollte allerdings vorentscheidenden Charakter haben, denn zur Mitte des letzten Viertels war der Rückstand des Löwenrudels erneut zweistellig. Die Schützlinge des Trainerduos Salavarda/DeVoe kämpften bis zum Schluss, ohne sich vorzeitig in die Niederlage zu ergeben, konnten die Differenz aber nicht mehr auf weniger als fünf Punkte reduzieren. Die Trefferquoten der LIONS – in den vergangenen Wochen immer ein Problem in spielentscheidenden Phasen – waren an diesem Abend nicht schlechter als diejenigen des Gegners. Dennoch besteht insbesondere bei Distanzwürfen immer noch einiges an Potenzial. Orlando Parkerund Marcus Stroman (beide 17) waren Karlsruhes Topscorer gegen Jena, gefolgt von Filmore Beck (14) und Maurice Pluskota (12). #Barmerliga

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Spielpause kommt den Rudez-Nachfolgern gelegen

Die ersten beiden Spiele binnen weniger Tage gingen zwar auch unter dem neuen Trainer-Duo verloren, die fast dreiwöchige Zeit ohne Spiel soll nun genutzt werden. Erst am 29. Februar geht es mit der Auswärtspartie bei Phoenix Hagen weiter für die Lions, die an diesem Freitag gegen Speyer testen. „Wir müssen in der Defensive gut stehen und wir versuchen, eine klare Struktur ins Spiel zu bringen“, benennt der 56 Jahre alte Salavarda die Prioritäten.

Da die Liga die Zahl der Absteiger zwischenzeitlich endgültig auf zwei festgelegt hat und Schlusslicht Ehingen kaum mehr zu retten ist, streiten Schalke, Artland und Karlsruhe um den zweiten Abstiegsplatz. Gegen beide Konkurrenten spielen die Lions noch. „Das werden die zwei wichtigsten Partien für uns“, bemerkt Salavarda, der nicht nur wegen seiner stattlichen Länge eine echte Karlsruher Basketball-Größe ist.

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Salavarda spielte mit dem Post-SV einst Zweite Liga

1989 war Salavarda im Rahmen eines Austauschprogramms für Studenten für einen Sommer-Job von Zagreb nach Karlsruhe gekommen – und nicht mehr ins frühere Jugoslawien zurückgegangen. Über den TSV Berghausen landete Salavarda beim damaligen Post-SV Karlsruhe, der von 1990 bis 1993 zweitklassig spielte.

Für die 1993 gegründete BG lief Salavarda später nur für kurze Zeit auf, dafür schaffte er als Profi erst mit Würzburg und später mit Ludwigsburg den Aufstieg in die Erste Liga. Mit 37 Jahren beendete Salavarda, seit 1994 deutscher Staatsangehöriger, beim damals zweitklassigen TV Ansbach seine Karriere als Spieler, um fortan als Trainer zu arbeiten.

Nach Stationen beim SSC Karlsruhe, in Gaggenau und Stuttgart kehrte der zweifache Vater 2012 zum PSK zurück, wo er mit Ljubic einer der Baumeister des rasanten Aufstiegs der Lions ist und zuletzt vorrangig im Nachwuchsbereich coachte.

Er ist ein prägendes Gesicht des Vereins.

Danijel Ljubic, PSK-Abteilungsleiter

„Er ist ein prägendes Gesicht des Vereins“, sagt Ljubic, der den in Rüppurr mit seiner Familie heimisch gewordenen Salavarda auch stets als ersten Kandidat für den Posten des Chefcoaches gesehen hat. Doch dieser leidet seit sechs Jahren an tauben Füßen und Beinen, ist dementsprechend eingeschränkt in Bewegung und Belastbarkeit.

„Die Mediziner haben keinen blassen Schimmer, woher das kommt“, sagt Salavarda, der mittlerweile auf alternative Behandlungs-Methoden setzt. Seine Energie für sein Basketball-Leben lässt er sich davon aber nicht rauben: „Ich würde mich am liebsten umziehen und sofort wieder spielen.“