Unterzeichnung einer engen Zusammenarbeit zum Erhalt der Gräber der nach Südfrankreich deportierten Jüdinnen und Juden durch Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (rechts oben), den Deutschen Botschafter in Frankreich, Dr. Nikolaus Meyer-Landrut (links oben), sowie Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (M.), Kultusminister Prof. Dr. Konrad Wolf (Rheinland-Pfalz) und Dr. Kathrin Andres vom Kultusministerium Saarland. | Foto: Raviol

Vertrag dreier Bundesländer

Südwesten will gemeinsam jüdische Gräber in Südfrankreich erhalten

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Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland haben vereinbart, sich gemeinsam für den Erhalt und die Pflege der Gräber deportierter Juden in Frankreich einzusetzen. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) stellten am Montag in Karlsruhe eine entsprechende Vereinbarung vor.

Am 22. und 23. Oktober 1940 hatten die Nationalsozialisten 6676 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland nach Gurs in Südfrankreich deportiert.

Die meisten von ihnen starben in einem Lager aus Holzbaracken und wurden auf dem angrenzenden Lagerfriedhof beigesetzt. Andere kamen in Außen- und Vernichtungslagern um. Nur wenige kehrten zurück in ihre deutsche Heimat.

Ausstellung zum 80. Jahrestag der Deportation

Heute erinnern rund 2000 Gräber auf über 30 Friedhöfen an die Opfer der Deportation. Einige der Gräber sind in schlechtem Zustand, manchen droht eine Auflassung. Ziel der neuen Vereinbarung ist es, die Gräber mit Hilfe jüdischer Sachverständiger entsprechend der jüdischen Begräbniskultur neu zu gestalten und aufzuwerten.

Auf drei Friedhöfen haben die Arbeiten bereits begonnen. Koordiniert werden die Arbeiten vom Kultusministerium Baden-Württembergs. Der deutsche Botschafter in Frankreich unterstützt die Bundesländer und stellt die Kontakte zu den französischen Behörden her.

2000 Gräber gilt es in Südfrankreich zu erhalten, unter anderem am Friedhof in Gurs.

In Frankreich ist zudem der Bau eines neuen Dokumentationszentrums am Rande des ehemaligen Lagers geplant. Auf kommunaler Ebene besteht bereits seit den 1950er Jahren eine ähnliche Kooperation zur Unterhaltung und Pflege des Lagerfriedhofs in Gurs.

Anlässlich des 80. Jahrestags der Deportation im Oktober 2020 haben die drei Bundesländer bei der Gedenk- und Bildungsstätte „Haus der Wannseekonferenz“ in Berlin eine Wanderausstellung in Auftrag gegeben, die in über 30 Städten im Südwesten Deutschlands sowie in französischen Städten zu sehen sein wird.