Ein Freizeitcampus soll auf dem neben den Bahngleisen gelegenen Gelände des ehemaligen Kieswerks „Schauffele“ zwischen Wörth und Maximiliansau entstehen. Die Kreisverwaltung Germersheim ist gegen eine Verlagerung der Schulsportstätten.
Ein Freizeitcampus soll auf dem neben den Bahngleisen gelegenen Gelände des ehemaligen Kieswerks „Schauffele“ zwischen Wörth und Maximiliansau entstehen. Die Kreisverwaltung Germersheim ist gegen eine Verlagerung der Schulsportstätten. | Foto: Bavaria Luftbild

Freizeitcampus bei Wörth

Geplante Sportanlage in der Kritik

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Von Janina Croissant
19 Hektar ist das Gelände des ehemaligen Kieswerks „Schauffele“, zwischen Wörth und Maximiliansau gelegen, groß. Seit Jahren vegetiert das Areal zwischen Bahngleisen und See, auf dem auch noch Altlasten des Kiesabbaus vorhanden sind, als Industriebrache vor sich hin. Doch nun wird es langsam konkret mit den Planungen, aus dem Gelände einen großen Sport- und Freizeitcampus zu machen, der vor allem für den Schulsport genutzt werden soll.

Eltern starteten Online-Petition

Seit September 2016 ist die Stadt Wörth Besitzerin der Brachflächen und favorisiert neben dem Bau von Sportanlagen auch eine gewerbliche Entwicklung, die Erweiterung des Bürgerparks und den Bau von Wohnanlagen. Doch in der Vergangenheit gab es ordentlich Kritik von den örtlichen Sportvereinen und vor allem von den Schulen. Der Streit gipfelte in einer Online-Petition, die die Eltern des Europagymnasiums gestartet hatten.
Hauptsächlich in der Kritik stand die räumliche Entfernung der neuen Sportstätte von den Schulen, eine generelle Verschlechterung des Schulsports war die Befürchtung. Denn neue Sport- und Freizeitanlagen auf dem „Schauffele“-Gelände bedeuten gleichzeitig eine Standortaufgabe und Verlagerung bestehender Sportstätten am Dorschberg und in Maximiliansau. Auch sollte die sanierungsbedürftige Bienwaldhalle nach den ursprünglichen Plänen abgerissen werden.

Kompromiss wurde ausgearbeitet

Die Eltern kritisierten außerdem das auf 25 Millionen Euro geschätzte „Schauffele“-Gesamtprojekt und beklagten, dass sie zu wenig in den Prozess eingebunden worden seien.
Ein Moderationsverfahren, in das Vereine und Schulen eingebunden waren, ist mittlerweile beendet. Ein Kompromiss, der die Verlagerung der Sportstätten vom Dorschberg an einige Rahmenbedingungen knüpft, wurde ausgearbeitet.
Er sieht vor, dass das Sportgelände an der Dorschberghalle saniert und um eine Laufbahn, ein Volleyballfeld, Sprunggruben, Kugelstoßanlage und ein Fußball-Kleinspielfeld erweitert wird. Auch die Bienwaldhalle soll nicht abgerissen, sondern saniert werden.

Kreisverwaltung Germersheim lädt zu Gesprächen

Die Kreisverwaltung Germersheim hat die Stadt Wörth zu Gesprächen eingeladen. „Es bestehen sowohl von den Schulleitungen als auch den Elternvertretern und seitens der Kreisverwaltung erhebliche Bedenken, da auch eine eventuelle Ertüchtigung der Freisportanlage Dorschberg nicht die erforderliche Kapazität für eine gemeinsame Nutzung im Regelschulbetrieb für den Freiluftsport erreichen dürfte“, so die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung. Die Anlage müsste für den Schulsport von fünf Grund- und weiterführenden Schulen mit insgesamt 3 600 Schülern ausreichen. „Daher hat die Kreisverwaltung bei der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) angefragt, ob und unter welchen Bedingungen eine ertüchtigte Dorschberg-Freiluftanlage für den Schulsport ausreichend ist.“
In Wörth seien die Bedingungen für den Schulsport gut, meint die Kreisverwaltung. Mit einer Verlagerung der Sportstätten würde viel wertvolle Unterrichtszeit wegfallen. Da eine Nutzung der Stadtbahn nicht realistisch erscheine, müssten Busse eingesetzt werden, was nicht nur unter schulischen, sondern auch unter ökologischen Gesichtspunkten als nicht vertretbar angesehen wird. Die Kreisverwaltung will daher zeitnahe Gespräche mit ADD, Schulleitungen und Stadtverwaltung führen.
Service
Die Unterlagen zum Projekt „Schauffele“ sind unter www.woerth.de, „Rathaus & Politik, „Projekte“ zu finden. Am 17. April geht es mit der Entscheidungsfindung im Wörther Stadtrat weiter.