Das Erbgroßherzogliche Palais darf nach Einschätzung einer Bürgerinitiative nicht durch das geplante „Forum Recht“ verdeckt werden.
Das Erbgroßherzogliche Palais darf nach Einschätzung einer Bürgerinitiative nicht durch das geplante „Forum Recht“ verdeckt werden. | Foto: Sandbiller

Initiative erneuert Argumente

Geplanter Standort für Forum Recht sorgt weiter für Kritik

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Die Sprecher der Initiative „Unser Karlsruhe“ haben ihre Kritik am geplanten Standort für das Forum Recht beim Bundesgerichtshof bekräftigt. Bei einem Redaktionsbesuch betonen sie, dass sie das an der Ecke Karlstraße/Kriegsstraße geplante Gebäude als unvereinbar mit dem einstigen Erbgroßherzoglichen Palais sehen.

Robert Mürb, einst langjähriger Gartenbauamtschef und Stadtplaner, präzisiert seine jüngst geäußerte Kritik: „Natürlich sieht man das Palais trotz eines möglichen Neubaus von den unterschiedlichen Seiten. Aber es wird durch einen Neubau in diesen angedachten Dimensionen optisch erschlagen,“ so Mürb.

Völliger Unfug

Wenn die Initiatoren des Forum Recht davon sprächen, dass das Prinz-Max-Palais zu klein sei für die geplanten Zwecke, erkenne man die Dimensionen eines Neubaus. „Das Erbgroßherzogliche Palais wirkt natürlich auf das Karlstor ein“, so Mürb. „Einen notwendigen baulichen Rand“ durch einen Neubau nahe des Karlstor, wie es der einstige Chef des Staatlichen Hochbauamts Wolfgang Grether propagiere, habe es hier nie gegeben. Mürb spitz: „Das ist doch völliger Unfug, dass ein Platz immer eine Begrenzung braucht.“

Kritiker schlagen alternativen Standort vor

Auch müsse das zur Disposition stehende Parkareal, die denkmalgeschützte Architektur des Palais und der Nymphengarten im Zusammenhang gesehen werden. Die Initiative hat als Alternative die zur Zeit ungenutzten Kollegiengebäude am Schloss des KIT im Visier. Helmut Rempp: „Das wäre doch ein guter Standort unweit des Bundesverfassungsgerichts für dieses bundesweit hervorgehobene Projekt“. Wie auch das BGH-Areal befinde sich das Areal am Schloss im Landesbesitz.

Mehr zum Thema: Wie steht es um das Projekt Forum Recht in Karlsruhe?

Nicht nachvollziehen kann Rempp den mangelnden Fokus auf eine Bürgerbeteiligung. „Diese ist eigentlich verlangt, hat aber bei der Wahl des Standorts für das Forum Recht nicht stattgefunden.“ In der Tat lag der Fokus von Anfang an auf dem BGH-Gelände, nicht zuletzt auch wegen des leer stehenden einstigen Hochsicherheitsverhandlungssaals als möglichen Teil eines Forum Recht. Das jüngst erlassene Stiftungsgesetz betont, dass das Forum in unmittelbarer Nähe zu den Gebäuden des BGH errichtet wird.

Initiative hat auch noch andere Themen

Die Initiative „Unser Karlsruhe-lebenswert-nachhaltig-klimagerecht“ existiert seit zwei Jahren und will „neue Impulse einer naturnahen und klimafreundlichen Stadt aufgreifen“. Themen sind unter anderem die Nachverdichtungsdebatte und die Bewahrung eines ökologischen Stadtklimas.

Hinter der Initiative stehen mehrere Gruppierungen wie die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine, der Bezirksverband der Gartenfreunde, Haus und Grund, Umweltschutzverbände und Einzelpersonen wie etwa der Unternehmer Bernd Bechtold oder die einstigen Gartenbauamtschefs Horst Schmidt und Helmut Kern. Mürb und Rempp betonen, dass sie nicht als Privatpersonen, sondern für die Initiative und ihre Organisationen sprechen.