Heimattage
Die Heimattage Baden-Württemberg in Karlsruhe gingen am Sonntag mit dem Landesfestumzug zu Ende. | Foto: Sandbiller

50.000 Zuschauer bei Festzug

Glänzender Abschluss der Heimattage in Karlsruhe

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Das war in der Tat ein glänzender Abschluss der Heimattage Baden-Württemberg: Bei strahlendem Sonnenschein verfolgten am Sonntag rund 50.000 Zuschauer in der Innenstadt den Landesfestumzug – womit die Erwartungen der Stadt deutlich übertroffen wurden.

Heimattage mit „großartigem Programm“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigte sich begeistert: Karlsruhe sei ein wunderbarer Ausrichter gewesen.

Als bisher größte Gastgeberkommune habe die Stadt deutlich gemacht, dass es Heimat überall gibt: „In der Stadt wie auf dem Land. Ohne ein Heimatgefühl würde unsere Gesellschaft kaum funktionieren, denn wo man sich zu Hause fühlt, ist man bereit, sich zu engagieren. Karlsruhe hat ein großartiges Programm auf die Beine gestellt.“

Mehr als 250 Veranstaltungen

Mehr als 250 Veranstaltungen gab es das Jahr über, die zusammen 685.000 Besucher anlockten, so die Bilanz der städtischen Event GmbH.

„Es war ein gewisses Wagnis, die Heimattage in einer so großen und so jungen Stadt mit so einer hohen Fluktuation auszurichten. Aber es hat sich gelohnt“, so Oberbürgermeister Frank Mentrup.

Heimat ist ein Gefühl

Es habe eine Diskussion und ein Nachdenken mit und in der Bevölkerung über Heimat stattgefunden. Heimat sei für die Menschen kein Begriff, sondern ein Gefühl, so der OB.

Regierungspräsidentin Nicolette Kressl sagte: „Ich bin richtig froh, dass das alles hier so geglückt ist.“ Der Landesausschuss habe einst durchaus diskutiert, ob so eine Veranstaltung in einer Großstadt angenommen werde. Heute sei klar: „Eindeutig ja.“

Richtig voll entlang der Strecke

Schon am Morgen versammelten sich die ersten Besucher in der Innenstadt. Schnell wurde es vor allem an den zentralen Arealen wie dem Friedrichsplatz – wo zeitgleich die Folkloria stattfand – und am Schloss richtig voll.

Fröhlich stimmten sich die Menschen auf den Landesfestumzug ein, den das SWR Fernsehen live übertrug.

Wunderschön

„Was für eine Kulisse, das ist wunderschön“, rief eine Besucherin aus Stuttgart, die wie viele andere fleißig fotografierte und filmte.

Die Musiker von Senner Jazz zum Beispiel, die an der Spitze des 89 Gruppen umfassendes Zuges marschierten und mit ihren Alphörnern auf der Haupttribüne am Schloss OB Mentrup ebenso wie den Ministerpräsidenten zum Mitgrooven brachten.

Farbenprächtiger Tross

Fahnenschwinger, Trachten in allen Variationen und Musikgruppen: Der Tross war farbenprächtig und ebenso gut gelaunt wie das Publikum. Kinder wie Erwachsene marschierten, winkten und freuten sich am Applaus der Zuschauer.

Im Mercedes 280 SE Cabrio aus dem Jahr 1969 fuhren die Maskottchen des Landes durch die Straßen – es war nicht der einzige Hingucker auf vier Rädern: Mehrere Teilnehmer von Tribut an Carl Benz nahmen am Landesfestumzug teil.

Zukunft der Mobilität

Auch Raderfinder Karl Drais gab sich die Ehre – auf einem Laufrad, versteht sich. Doch Karlsruhe blickte nicht nur zurück in die Geschichte, sondern schickte auch die Zukunft der Mobilität – ein autonomes Fahrzeug des FZI Forschungszentrums – ins Rennen.

Schon ging es weiter: Teilnehmer der Folkloria tanzten durch die Straßen, dann erklang Guggenmusik mit den Karlsruher Fastnachtern und den „Notenchaoten“. Die Musik- und Feuerwehrkapelle Königheim stimmte als letzte im Zug am Schloss dann nochmals das Badnerlied an, das an diesem Tag immer wieder zu hören war.

Waldkirch ist Gastgeber 2018

Im kommenden Jahr ist Waldkirch Gastgeber. Der dortige Oberbürgermeister Roman Götzmann nahm am Sonntag die Heimattage-Fahne entgegen.

Er sprach von einem Kontrastprogramm: Während sich im über 300.000 Einwohner großen Karlsruhe jedes Jahr etwa 25.000 Menschen neu an- und etwas weniger sich wieder abmelden, leben in Waldkirch insgesamt nur 22.000 Menschen.

Budget betrug 900.000 Euro

Karlsruhe hatte für die Heimattage Baden-Württemberg ein Budget von 900 000 Euro. Von Stuttgart kamen 155 000 Euro – sowie 80 000 Euro für das Eröffnungsprogramm.

„Das Land hat sicher selten für so eine Summe so viel Nachhaltigkeit und Begeisterung für Baden-Württemberg bekommen“, so Mentrup.

Höhe des Zuschusses überdenken

Er regt jedoch an, die Höhe des seit langer Zeit gleichbleibenden Zuschusses für die kommenden Jahre zu überdenken, nicht zuletzt wegen steigender Kosten für Sicherheitsmaßnahmen.

Mentrup bestätigt BNN-Informationen, denen zufolge Stuttgart im Zuge der Heimattage – die ein Landesformat sind – Karlsruhe 45 000 Euro für die Miete des in Landesbesitz befindlichen Schlossplatzes für die Heimattage in Rechnung stellen wollte. „Da sind wir derzeit in Verhandlungen und optimistisch, dass wir eine Lösung finden“, so Mentrup.

Schöne Würdigung des Engagements

Er will Ministerpräsident Kretschmann zudem vorschlagen, künftig wieder sowohl zum Auftakt als auch zum Abschluss der Heimattage anzureisen. „Das wäre eine schöne Würdigung des ungeheuren Engagements der Beteiligten.“