Nach langer Suche ist das KIT offensichtlich fündig geworden: Ein neuer Finanzchef oder eine neue Finanzchefin soll am Montag, 23. April, vom Senat gewählt werden. | Foto: jodo

Senat stimmt am Montag ab

Glückt die Wahl des neuen KIT-Finanzchefs?

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Nach langer Suche ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nun offensichtlich fündig geworden: Ein neuer Finanzchef oder eine neue Finanzchefin für Deutschlands größte Forschungsstätte soll nach BNN-Informationen am kommenden Montag vom Senat gewählt werden. Seit Jahresanfang ist der Sessel des Vizepräsidenten für Wirtschaft und Finanzen verwaist, da der KIT-Senat dem früheren Amtsinhaber Ulrich Breuer eine Vertragsverlängerung versagte – und damit für Furore sorgte.

Eklat um früheren Amtsinhaber Breuer

Ob die vielen Nein-Sager unter den Vertretern von Instituten und Forschungseinrichtungen damals Breuer als Person ablehnten, oder ob sie eher seine Rolle als Sparkommissar und die Reformpolitik des KIT-Präsidiums abstrafen wollten, dazu gehen die Meinungen auseinander. Die Führungsspitze des KIT und der Aufsichtsrat – dem auch Daimler-Chef Dieter Zetsche angehört – hätte damals gerne mit Breuer weitergearbeitet und erlitt somit eine bittere Niederlage.

Aufsichtsrat hat den Neuen oder die Neue schon gewählt

Nun hat der Aufsichtsrat einen Nachfolger gewählt – und muss diese Entscheidung wiederum vom Senat bestätigen lassen. Alle KIT-Mitarbeiter sind zu der Sitzung eingeladen. Der künftige Vize-Präsident oder die Vize-Präsidentin muss jeweils die Mehrheit der Senatsmitglieder aus dem Uni-Sektor und aus dem Großforschungsbereich hinter sich bringen. Ob das glückt? KIT-Präsident Holger Hanselka betonte erst jüngst im BNN-Interview, dass die Krise um Breuers Abwahl überwunden sei. „Wir haben das aufgearbeitet“, sagte Hanselka. Die Kultur des Miteinanders von Präsidium und Senat habe nach dem Abstimmungseklat „eine andere und viel bessere Qualität bekommen“.

Setzt der Senat dieses Mal auf Harmonie?

Am Montagnachmittag muss sich zeigen, ob die Entscheidung über Breuers Nachfolge zur Demonstration einer neuen KIT-Harmonie gerät.
Wer genau nun den heiklen Job des obersten Kassenverwalters übernehmen soll, darüber bewahrt das KIT offiziell noch Stillschweigen: „Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, können wir, wie bei Personal- und Wiederbesetzungsverfahren üblich, keine weiteren Auskünfte geben.“ Der oder die Neue muss einen Etat von rund 850 Millionen Euro verwalten – und im Idealfall nicht nur Manager-Qualitäten, einen eisernen Sparwillen und Erfahrung im Wissenschaftsbetrieb mitbringen, sondern obendrein Fingerspitzengefühl für die Befindlichkeiten am KIT, das aus der Fusion von Uni und Forschungszentrum entstanden ist. Die schwierige Bewerbersuche begann bereits vor rund eineinhalb Jahren, denn der Senat hatte Breuer lange vor Ablauf seiner Amtszeit in einer Probeabstimmung die Rote Karte gezeigt.