Stadtgeschichte aus der Sprühdose: In der Karlsruher Nordweststadt ist in den vergangenen Wochen ein echter Hingucker für Fahrgäste und Anwohner entstanden. | Foto: Paul Gärtner/VBK/pr

Hip-Hop-Kulturzentrum Combo

Graffiti-Künstler verschönern Karlsruher Haltestelle

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Leuchtendes Bunt statt tristes Grau: Graffiti-Künstler vom Hip-Hop Kulturzentrum „Combo“ haben die Karlsruher Haltestelle in der Kurt-Schumacher-Straße in den vergangenen Wochen mit einem riesigen Wandgemälde farbenfroh umgestaltet. 

Stadtgeschichte aus der Sprühdose: In der Karlsruher Nordweststadt ist in den vergangenen Wochen ein echter Hingucker für Fahrgäste und Anwohner entstanden. An der Haltestelle Kurt-Schumacher-Straße haben Graffiti-Künstler vom Hip-Hop Kulturzentrum „Combo“ – einer Einrichtung der Mobilen Jugendarbeit – über den Sommer ein farbenfrohes Wandgemälde gezaubert. Mit über 1.500 Quadratmetern ist es die größte mit Graffiti-Street Art gestaltete Fläche in Karlsruhe.

Historische Persönlichkeiten

Das Kunstwerk zeigt sechs historische Persönlichkeiten, deren Biographie oder Wirken eng mit der Fächerstadt in Verbindung steht. Zu sehen sind Egon von Neindorff, der Begründer des gleichnamigen berühmten Reitinstituts, die Frauenrechtlerin Anna Ettlinger, der langjährige Vorsitzende des örtlichen Bürgervereins Karl Heinrich Ott und die Sozialdemokratin Elisabeth Selbert. Eine Wegbereiterin für viele berufstätige Frauen war Magdalena Neff. Sie schrieb sich 1904 als erste Studentin an der Technischen Hochschule Karlsruhe ein und war die erste approbierte Apothekerin Deutschlands. Und auch das Konterfei von Kurt Schumacher fehlt nicht, einem der Gründerväter der Bundesrepublik.

„Wir werden Graffiti von ihrer Stigmatisierung befreien“

„Diese Persönlichkeiten im öffentlichen Raum mit einer modernen Bildsprache darzustellen und dadurch Menschen einen Zugang zu Graffiti als Kunstform zu eröffnen, war für uns ein sehr anspruchsvolles und spannendes Projekt“, erklärt Künstler „Baske ToBeTrue“. Gleichzeitig wolle er wir mit der Arbeit dazu beitragen, Graffiti als kreative Subkultur von ihrer kriminellen Stigmatisierung zu befreien.

Zusammen mit seinen Kollegen „Moter.One“, „Sier“, „Super Soker“, „Abyz One“ und „Alu“ gestaltete er die Haltestelle und deren Aufgänge mit rund 500 Sprühdosen und 350 Litern Wandfarbe farbenfroh um.

Mit dem Tiefbauamt abgestimmt

Die Kurt-Schumacher-Straße ist die inzwischen dritte Haltestelle, die die Künstler im Auftrag des Karlsruher Verkehrsverbundes auf dem Streckenast der Stadtbahnlinie S1/11 in den vergangenen zwölf Monaten umgestaltet haben – auch an den Haltestellen Haus Bethlehem und August-Bebel-Straße haben die „Combo“-Künstler mit großflächige Graffitis den öffentlichen Raum verschönert. Abgestimmt wurden die jeweiligen Auftragsarbeiten mit dem Tiefbauamt und der städtischen Kunstkommission.

Viel positive Rückmeldung

„Wir haben während des Projekts viele positive Rückmeldungen erhalten“, berichtet „Baske ToBeTrue“.  „Viele Leute, die an der Haltestelle vorbeikamen, kannten bereits unsere Arbeiten an den beiden anderen Haltestellen und waren sehr gespannt darauf, was nun hier an der Kurt-Schumacher-Straße entsteht und welche Persönlichkeiten wir dieses Mal portraitieren.“

Durch das Street Art-Projekt hat sich nicht nur das Gesicht der Haltestelle verändert. „Die Menschen bekommen über unsere Kunst auch einen völlig neuen Zugang zu ihrer Stadtgeschichte. Dies zu beobachten und mit den Menschen darüber ins Gespräch zu kommen, ist sehr spannend.“

(bnn/pr)