ZU GAST IN DER BNN-REDAKTIONSKONFERENZ: Wolfgang Grenke, Präsident der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe. | Foto: Hora

IHK-Chef bei den BNN

Grenke: Fachkräfte­gesetz reicht nicht

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Das Fachkräfteproblem wird sich noch drastisch verschärfen. „Im Moment ist es noch relativ harmlos im Vergleich zu dem, was wir in zehn Jahren haben“, sagte Wolfgang Grenke am Freitag in der BNN-Redaktionskonferenz. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe verwies auf den demografischen Wandel, der sich aus seiner Sicht erheblich auswirken wird.

Das Fachkräftezuwanderungsgesetz sei daher dringend nötig gewesen. „Es reicht aber nicht.“ So seien weitere Verbesserungen nötig, damit besonders Frauen Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren könnten. Zahlreiche hoch qualifizierte Ingenieurinnen übten beispielsweise derzeit ihren Beruf nicht aus, erläuterte Grenke. An der Spitze seines Unternehmens, der Baden-Badener Grenke AG, steht mit Antje Leminsky eine Frau. Der Global Player steigt übrigens jetzt vom SDax in den MDax auf.

Grenke ist für längere Lebensarbeitszeit

Weil die Menschen immer älter werden, hält es Grenke „für empfehlenswert“, dass sie länger arbeiten. „Bei steigender Lebenserwartung ist das logisch“, sagte er. Er sei ein Freund davon, die Arbeit zu flexibilisieren. Falls das richtig gemacht wird, profitierten beide Seiten davon. Home Office sei hier eine Möglichkeit. Die Arbeit sollte möglichst dort hin gebracht, wo die Beschäftigten wohnen, äußerte sich der IHK-Chef zu neuen Gewerbegebieten. Dadurch ließen sich auch Verkehrsbelastungen reduzieren. Auf Unverständnis stößt bei Grenke das Urteil zur Arbeitszeiterfassung. „Man wird nicht für Zeit bezahlt. Es geht um das, was dabei herauskommt.“