Gastiert als Club-Funktionär des 1. FC Magdeburg im Wildpark: Ex-KSC-Kapitän Maik Franz. | Foto: dpa

Maik Franz in Karlsruhe

Großes Hallo

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Weil Karlsruhe mehr gewesen ist als nur eine Station in der Fußballerkarriere des Maik Franz, ist eine Rückkehr auch immer ein Nachhausekommen. Und weil das so ist, trank der frühere Verteidiger des Karlsruher SC am Donnerstagmittag seinen Kaffee im ECE-Center. „So wie früher halt“, bemerkt Franz, der zuvor noch auf der Geschäftsstelle des Clubs „Hallo“ gesagt hat – auch in der Mall gab es dann so manches Hallo. Die Wiedersehensfreude ändert aber nichts daran, dass Franz am Sonntag (14 Uhr) vielen alten Weggefährten nicht das Beste, zumindest aber keine drei Punkte wünscht. Beim Spiel des KSC gegen den 1. FC Magdeburg nimmt der frühere Kapitän der Badener den Platz auf der Haupttribüne als Club-Offizieller der Gäste ein – und als solcher will „Iron Maik“ möglichst einen Sieg seiner Blau-Weißen feiern. Einfach werde das nicht, im Gegenteil. „Eine ganz schwere Aufgabe“ erwartet Franz bei der drittbesten Heimmannschaft der Dritten Liga.

Eine ganz schwere Aufgabe

Die geht der FCM, bei dem Franz als Assistent der Geschäftsführung die Rolle eines sportlichen Leiters einnimmt, trotz der jüngsten Niederlagen selbstbewusst an. Das 0:5 im Pokal gegen Bundesliga-Spitzenreiter Dortmund ist ebenso abgehakt wie das vorangegangene 0:3 gegen die Spvgg Unterhaching. „Du musst in der Liga immer volles Limit abrufen – gegen Haching waren wir nicht bei 100 Prozent“, meint der Ex-Profi. An der positiven Zwischenbilanz des Traditionsvereins ändert das nichts. Nach 13 Spielen rangiert der FCM mit 30 Punkten auf Platz zwei. „Stand jetzt sieht das gut aus, aber es ist nur eine Momentaufnahme“, sagt Franz, der erfahren genug ist, nicht in verfrühte Euphorie zu verfallen. Gleichwohl zeige das bisherige Abschneiden, „dass wir eine gewisse Qualität im Kader haben“.

„Iron Maik“ gibt sich diplomatisch

Die hat auch der KSC – nur war sie bislang zu selten und nicht konstant zu sehen. „Die Absteiger haben sich in den vergangenen Jahren immer schwer getan“, sagt Franz diplomatisch. „Individuelle Klasse“ sei vorhanden, zuletzt auch ein „leichter Aufwärtstrend erkennbar“, meint Franz und macht den Karlsruher Fans Hoffnung: „Der KSC kann noch oben reinrutschen.“ Franz, der mit den Badenern 2007 in die Erste Liga aufgestiegen war und hier auch sein privates Glück fand, weiß aber auch: Wenn das nicht klappt, wird es für den KSC nicht gerade einfacher.

Erfolgreicher Haufen: Maik Franz (Mitte) mit Michael Mutzel (li.), Christian Eichner und Mario Eggimann (re.). 2007 stieg der KSC in die Bundesliga auf. | Foto: dpa

Ganz anders die Situation in Magdeburg, dem Jugendverein des heute 36 Jahre alten Merseburgers. Der Club kommt von unten, spielt das dritte Jahr in Liga drei, verpasste in der Vorsaison als Vierter knapp die Aufstiegsrelegation. „Wir sind auf einem guten Weg“, stellt Franz fest. Der Club strebt perspektivisch weiter nach oben, „aber ohne Zeitdruck“, wie er sagt. „Wir wollen immer besser werden, sind dabei die Strukturen zu erweitern“, berichtet der einstige Abwehrrecke: „Es ist Energie im Verein, alle haben Lust drauf.“

Wie früher auf dem Feld: Voller Elan

Maik Franz ist mit einem Elan dabei wie einst auf dem Feld, „es macht enorm viel Spaß“, betont der mittlerweile zweifache und „überglückliche“ Vater. Das Pflichtspiel in Karlsruhe ist für die vierköpfige Familie Gelegenheit zum Heimatbesuch, den Franz auch für den einen oder anderen sportlichen Termin im Südwesten nutzt. Der wichtigste und für ihn besondere führt ihn am Sonntag ins Wildparkstadion, wo er bei vielen bis heute unvergessen ist.