Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen, rechts), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) haben in Stuttgart den Bericht zur Digitalisierung im Südwesten vorgestellt.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen, rechts), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) haben in Stuttgart den Bericht zur Digitalisierung im Südwesten vorgestellt. | Foto: Murat/dpa

Karlsruhe bedeutender Standort

Grün-Schwarz: Digitalisierung im Südwesten im Zeitplan

Die Regierung von Baden-Württemberg sieht sich bei der Digitalisierung im Zeitplan. Mit mehr Baggern könnte es aber an der einen oder anderen Stelle noch etwas schneller gehen, wie der verantwortliche Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Dienstag bei der Vorstellung seines ersten Digitalisierungsberichts in Stuttgart einräumte.

Das Ziel, bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 auch den letzten Schwarzwaldhof ans schnelle Internet angeschlossen zu haben, könnte letztlich daran scheitern, dass die Baubetriebe mancherorts ausgebucht seien. „Bis 2025 schaffen wir das aber auf jeden Fall.“

Kretschmann: Digitalisierung soll jetzt und heute gestaltet werden

„Mit dem ersten Digitalisierungsbericht von digital@bw zeigen wir, dass wir als Landesregierung die Herausforderungen des digitalen Wandels konkret, zügig und kraftvoll angehen. Die Digitalisierung soll schließlich nicht irgendwann, sondern jetzt und heute gestaltet werden. Das müssen wir aber auch, wenn wir im internationalen Wettbewerb vorne mit dabei sein wollen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) laut einer Pressemitteilung.

Bei digital@bw handelt es sich um eine landesweite Strategie der baden-württembergischen Regierung, die im Sommer 2017 auf den Weg gebracht wurde.

Von einer Milliarde Euro, die Grün-Schwarz bis 2021 für die Digitalisierung ausgeben will, fließt laut Strobl die Hälfte in den Ausbau der Infrastruktur. Laut einer Breitbandstudie sind gut 81 Prozent der Haushalte ans schnelle Internet angeschlossen, 13 Prozent haben noch keinen oder keinen wirklich schnellen Zugang.

Testfeld im Großraum Karlsruhe als Beispiel für Digitalisierung

Weitere Mittel fließen in konkrete Projekte, mit denen die Digitalisierung vorangebracht werden soll. Als Beispiel nannte Strobl das Testfeld Autonomes Fahren im Großraum Karlsruhe mit Millionenförderung. „Mobilität wird gerade noch einmal neu erfunden.“

Generell nimmt die Fächerstadt mit Institutionen wie dem KIT oder dem Cyberforum bei der Digitalisierung im Südwesten eine besondere Rolle ein. Sei es im Bereich Künstliche Intelligenz, Mobilität oder vernetzte Städte. Im Digitalisierungsbericht wird unter anderem das Pilotprojekt „Cyberwehr BW“ erwähnt, welches im Verlauf dieses Jahres im Raum Karlsruhe umgesetzt werden soll. Dieses Konzept beinhaltet etwa eine zu jeder Zeit erreichbare Hotline für kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe, die sich in einer IT-Notfallsituation befinden.

Mittelständische Betriebe erhalten nach Angaben von Strobl zudem Hilfen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle. Prämien wurden ausgelobt und nach einem Ideenwettbewerb Projekte wie etwa das „Digitale Innovationsnetzwerk Handwerk 2025“ gefördert.

Auch werden nach Aussage des CDU-Ministers Projekte im Gesundheitswesen gefördert, wie etwa „DocDirekt“, bei dem die telemedizinische Fernbehandlung erprobt wird, oder die App „TelePracMan“ für Patienten mit chronischen Erkrankungen. Der gesamte Digitalisierungsbericht ist hier zu lesen.

mit Material von dpa