Mentrup
OB Frank Mentrup (SPD) will mit den Grünen Karlsruher grüner machen. | Foto: jodo

Schulterschluss im Wahlkampf

Grüne wollen Karlsruher City mit OB Mentrup autofrei machen

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Die Grünen wollen die Innenstadt autofrei haben – und kämpfen für dieses Ziel gemeinsam mit Oberbürgermeister Frank Mentrup. Der Sozialdemokrat wird im Rennen um eine zweite Amtszeit nun offiziell von der Öko-Partei unterstützt.

69 Grüne sagten am Mittwochabend dazu Ja, vier Nein, zwei Mitglieder enthielten sich. „Mit so einem Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Das ist ein enormer Vertrauensvorschuss“, so der 55-Jährige, der seit 2013 an der Rathausspitze steht.

Wir müssen gemeinsam Wahlkampf machen

Am Nikolaustag will Mentrup wieder gewählt werden. Und er nimmt seinen Partner in die Pflicht: „Wir müssen gemeinsam Wahlkampf machen.“

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City-Maut, weniger Parkplätze für Autos oder temporäre Fahrverbote: Auf einen Strauß von Zielen, von denen einige zunächst nur geprüft werden sollen, haben sich die beiden Partner bereits geeinigt.

Doppelhaushalt im Zeichen des Klimaschutzes

Doch Mentrup warnt die Grünen, die die stärkste Fraktion im Gemeinderat sind, vor einem Übermaß an Anträgen für den nächsten städtischen Doppelhaushalt. Man müsse die Dinge in Paketen abarbeiten. Den nächsten Doppelhaushalt müsse in jedem Fall der Klimaschutz prägen, sagt Mentrup.

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Dieses Thema liegt den Grünen besonders am Herzen, das wird in den Redebeiträgen deutlich. Doch der OB versichert: Er will nicht nur einen Klimaschutz-Wahlkampf machen. Dafür gebe es zu viele wichtige Themen in der Stadt.

Bundesgartenschau in Karlsruhe?

Mentrup will weiter am Image der Stadt arbeiten, die innovativ, grün und sozial sein soll. „Wir sollten es gemeinsam als Schatz empfinden, so vielfältig zu sein“, so Mentrup, der auch auf Biodiversität setzt und eine Bundesgartenschau ins Spiel bringt.

SPD-Fraktionschef Parsa Marvi ist ebenfalls zur Nominierung der Grünen gekommen. Er sitzt in der ersten Reihe. Eine Stunde dauert es, bis Mentrup das Mikrofon bekommt, Themen absteckt – und sich auch vorstellt, die Zahl seiner Kinder und beruflicher Werdegang inklusive.

Sündenfall Baden Airpark

In einigen Punkten haken die Grünen nach. Beim Baden Airpark zum Beispiel. In den gemeinsamen Leitlinien wird der Flugbetrieb als Sündenfall bezeichnet. Mit Hilfe des Landes will man dort ein Testfeld für nachhaltige Mobilität aufbauen.

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Ein schneller Ausstieg Karlsruhes aus der Betreibergesellschaft ist für die grün-rote Allianz kein Thema. Doch Mentrup verweist darauf, dass die Kapitalausstattung des Airparks in sechs bis acht Jahren ohnehin abgeschmolzen sei, dann werde man gemeinsam überlegen.

Wahlprogramm bis zu den Sommerferien

Bis zu den Sommerferien wollen Grüne und SPD ein gemeinsames Wahlprogramm erarbeiten. Da soll dann auch der Bereich Kultur stärker vertreten sein, der in den Leitlinien kurz gefasst ist.

In dem Papier „fehlen viele SPD-Themen. Aber das sind Punkte, bei denen wir mit den Grünen keine Probleme erwarten“, so Mentrup, der in seiner Bewerbungsrede sagt: „Leider ist es mir nicht gelungen die Presse zu überzeugen, hinter meinen Namen ,SPD/Grüne’ zu schreiben.“ Auch 2012 sei er schließlich schon von denen unterstützt worden. Damals waren auch Karlsruher Listen und die Piratenpartei dabei.

Grünen-Stadträtin Renate Rastätter sorgt mit einem Versprecher für Lacher: In ihrer Zeit im Landtag sei Mentrup ja bildungspolitischer Sprecher der Grünen gewesen… Die Grünen-Fraktionschefin Zoe Mayer erklärt: „Wir sind stolz, dass wir gezeigt haben, dass bei uns Inhalte, Ziele und Ergebnisse an vorderster Stelle stehen – nicht die Farbe des Parteibuchs.“