Wesel will ein Eselchen auf der Fußgängerampel. | Foto: dpa

Da wiehert der Amtsschimmel

Grünes Licht für Esel?

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Wenn’s in Wesel um den Esel geht, wiehert der Amtsschimmel – und zwar in Düsseldorf. Und das kam so: Die 60 000-Einwohner-Stadt am Niederrhein, die ihre tierische Werbefigur einem uralten Spruch (Wie heißt der Bürgermeister von Wesel? Esel.) verdankt, möchte den Esel jetzt auch auf Fußgänger-Ampeln platzieren. Als Ampel-Eselchen sozusagen.

Düsseldorf muss entscheiden

Da die Richtlinie für Lichtsignalanlagen aber einen Fußgänger und keinen Vierbeiner vorsieht, braucht die Stadt eine Erlaubnis von der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf. Die Behörde prüft nach eigenen Angaben den Antrag. Unterdessen wartet man in Wesel gespannt auf eine Entscheidung. „Wir hoffen mal, dass diese noch im Jahr 2018 fällt“, sagte eine Mitarbeiterin des Weseler Ordnungsamtes.

Äffle und Pferdle abgelehnt

Erst vor wenigen Wochen war übrigens ein ähnlich tierisches Ampel-Anliegen abgelehnt worden, und zwar in Stuttgart. Dort hatten nicht weniger als 12 000 Fans der Fernsehfiguren „Äffle und Pferdle“ per Petition Deutschlands erste „Äffle-und-Pferdle-Fußgängerampel“ gefordert. Der Plan freilich zerschellte am Veto des Stuttgarter Ordnungsbürgermeisters und seiner Verkehrsjuristen: Komme es zum Unfall, könne die Kommune haftbar gemacht werden, so lautete die Begründung.

Mainzelmännchen verboten

So pingelig waren die Vertreter der Stadt Ehingen im Alb-Donau-Kreis nicht: Sie installierten kürzlich nahe einer Schule eine Mainzelmännchen-Ampel. „In Mainz gibt es die ja auch“, begründeten die wagemutigen Schwaben ihre Initiative. Was sie nicht bedacht hatten: Die Karnevalshochburg und ZDF-Zentrale Mainz liegt nun mal in Rheinland-Pfalz, und da ist man anscheinend irgendwie lockerer drauf als hierzulande. Kaum leuchteten die schicken Ehinger Ampeln zum ersten Mal auf, kam der blaue Brief aus Tübingen. Das Regierungspräsidium forderte die Ehinger auf, die Mainzelmännchenampel unverzüglich wieder zu entfernen.

Wenn Bürokraten begründen

Im schönsten Bürokratendeutsch steht da unter anderem: „Es wird darauf hingewiesen, dass Verkehrsteilnehmer nur die verbindlich festgelegten Verkehrszeichen beachten müssen. Nicht verbindlich festgelegte Zeichen und Sinnbilder … müssen nicht beachtet und können auch nicht angeordnet werden.“ Angesichts dieses schwäbischen Ernstes darf man nun wahrlich gespannt sein, was bei der Sache in Wesel herauskommt. Und vor allem: Wie lange sich die Bürokraten vorher beraten müssen.