Paul "Scruffy" Burke ist in Karlsruhe längst heimisch geworden. Hier sieht man ihn bei einem Auftritt während der Bierbörse. | Foto: ww

Paul „Scruffy“ Burke

Guinness und Gitarre

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Genau so stellt man ihn sich vor, den sympathischen, verschmitzten Iren: Rote Haare, roter Bart und immer eine Gitarre in Greifweite. Paul Burke oder „Scruffy“, wie er seit Urzeiten genannt wird, kann seine Herkunft wahrlich nicht verleugnen. Und das, obwohl sein Deutsch inzwischen viel besser ist als die Englischkenntnisse der meisten Gäste, die auf ein, zwei oder mehr Guinness in seinen Irish Pub „Scruffy’s“ kommen.

In Dublin aufgewachsen

„Als Kind lief ich in Dublin über die Grafton Street und hatte nur einen Wunsch: Ich wollte später mal Musiker und Kneipier werden“, sagt er und lacht. Da kann man nur bewundernd sagen: Ziel erreicht. Obwohl der Weg dahin nicht gerade einfach war. Denn eigentlich verfolgte „Scruffy“ nach der Schule zunächst andere Ziele: Am Waterford Institute of Technology in Südirland hatte er sich als Student eingeschrieben, aber „irgendwie habe ich wohl den falschen Kurs erwischt“, sagt er.Also beendete er das Studentendasein recht schnell wieder und versuchte sich als Straßenmusiker.

Seit 1992 in Deutschland

Über eine in Konstanz lebende Freundin kam er 1992 nach Deutschland. „Die Verdienste als Straßenmusiker reichten aus, um ein sparsames Leben zu führen“, sagt er heute. Und dies nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. „Ich spielte unter anderem in Italien, der Schweiz, Frankreich, Belgien, Schweden, Norwegen, Finnland, in Tschechien, Österreich, England und natürlich in Irland“, erinnert er sich. „Meist stand ich morgens irgendwo an einer Autobahnauffahrt. Wenn mich ein Fahrer fragte, wohin ich will, fragte ich:  Wohin fährst Du denn?  Und so landete ich dann beispielsweise mal im eiskalten und winterlichen Prag, obwohl ich morgens sommerlich bekleidet in Süddeutschland gestartet war.“

Karlsruhe neue Heimat

Irgendwann blieb er dann für immer in Karlsruhe. „Das Wetter hier war relativ mild und es gibt in der Stadt viele überdachte Plätze, auf denen man spielen kann“. Oft übernachtete er im Autonomen Zentrum „Steffi“. „Da war immer ein Bett für mich frei.“Mitte der 90er bot ihm ein Freund an, eine leer stehende winzige Kneipe in der Douglasstraße zu übernehmen. Er sagte zu und die Kneipe, die er „Scruffy’s“ nannte, wurde ein Erfolg. 1999 zog er um in die Karlstraße.

Der Pub wird „volljährig“

Der dortige Pub, ein gemütlicher, dunkler Raum mit viel Holz und irischem Flair, feiert vom 22. bis 24. September seine Volljährigkeit: „Wir werden 18 Jahre“ sagt „Scruffy“ und grinst. Natürlich wird es aus diesem Anlass eine Reihe von Konzerten geben, unter anderem mit „Scruffys“ Irish-Folk-Band „The Krusty Moors“, die es seit rund 20 Jahren gibt. Und gefeiert wird nicht nur im Pub, sondern auch im „Substage“. „Da spielen wir am 22. September im Vorprogramm von ,Across the Border‘“, freut sich der Vollblutmusiker. Zum Abschluss noch die Frage: Was bedeutet eigentlich der Name „Scruffy“? „Es bedeutet so was wie schmuddelig“, sagt er. „Oder anders: Wer scruffy aussieht, ist nicht bereit, auf eine Hochzeit zu gehen.“

 

Info: Paul „Scruffy“ Burke wurde am 4. Mai 1973 in Boston (USA) geboren, wuchs als Kind irischer Eltern aber in Dublin (Irland) auf. Schon als Kind spielte er Klavier und Gitarre. Nach einem Kurzeinsatz an der Universität („irgendwas mit Elektronik“) tingelte er als Straßenmusiker durch Europa. Anfang der 90er kam er nach Karlsruhe, wo er seit nunmehr 18 Jahren den Irish Pub „Scruffy’s“ betreibt. Seine Band „The Krusty Moors“ spielt seit fast 20 Jahren Irish Folk. Mit seiner Ehefrau und zwei Kindern lebt er in Karlsruhe.