Rückenschmerzen plagen die Deutschen mehr als Menschen im Rest der Welt und sorgen für volle Arztpraxen.
Rückenschmerzen plagen die Deutschen mehr als Menschen im Rest der Welt und sorgen für volle Arztpraxen. | Foto: elnur

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„Das neue Rauchen“: Welche Ursachen Rückenschmerzen haben und wie man sie behandeln kann

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Hape Kerkelings Comedyfigur Horst Schlämmer „hat Rücken“ und über die Hälfte der Bundesbürger auch. Rückenschmerzen, plagen die Deutschen viel mehr als Menschen im Rest der Welt, belasten das Gesundheitssystem mit -zig Milliarden pro Jahr. Die Behandlung ist oft schwierig.

Arztbesuche, Diagnoseverfahren, Therapiemaßnahmen, Operationen, Arbeitsausfälle – teuer, teuer, teuer. Die Kosten-Nutzen-Analyse fällt allerdings schlecht aus, im volkswirtschaftlichen Großen und Ganzen ebenso wie im Kleinen, für den einzelnen Patienten. Eine Besserung ist bei gleichbleibenden Voraussetzungen nicht in Sicht.

Stärke des Schmerzes ist kein Gradmesser für Bedrohlichkeit

Der Grund dafür ist, dass, je nach Quelle, 80 bis 90 Prozent der Schmerzen nicht auf eine eindeutige Ursache zurückzuführen sind, also “unspezifisch“ sind. Wo nichts ist, kann auch nichts gefunden werden. Aber der Schmerz ist ja da, kann mitunter kaum erträglich sein. Allerdings ist die Stärke des Schmerzes kein Gradmesser für die Ernsthaftigkeit des Leidens.

Der akute Leidensdruck und die Suche nach schneller Erleichterung lässt jedoch die Diagnosemühle auf Hochtouren mahlen, kann durch zufällige, gar nicht ursächliche „Entdeckungen“ sogar zu un

Foto: adisa / Adobe Stock

Rückenschmerzen sind ein Volksleiden – die Ursachen oft unklar. Foto: Archivnötigen Operationen führen, die weiteres Leid nach sich ziehen können. Die Angst treibt das System an. Die Angst, eine wirkliche ernsthafte Verletzung oder Erkrankung an der Wirbelsäule zu haben.

Das könnte ein akuter Bandscheibenvorfall sein, ein Tumor, der auf die Nerven drückt, eine Deformation, vielleicht bedingt durch Skoliose oder Osteoporose, durch die ein Nerv eingeklemmt wird, degenerative Veränderungen. Dies wären „spezifische“ Rückenschmerzen, die aber, wie schon erwähnt, eben nur als Bruchteil in die Statistik eingehen. Und gegen die der einzelne Patient auch nichts selbst auszurichten vermag.

In „unspezifischen“ Fällen ist das anders. Das gilt für die Entstehungsgeschichte der Schmerzen genauso wie für deren Bekämpfung, die in Angriff genommen werden sollte, bevor eine Chronifizierung droht. Wer die Risikofaktoren kennt, kann, hier mit, dort vielleicht sogar ohne eine Kette von Therapieverordnungen, sein Schmerzschicksal selbst in die Hand nehmen. Dabei ist Geduld gefragt.

Langes Sitzen (von vielen schon „das neue Rauchen“ genannt), Bewegungsmangel, Übergewicht, Fehlbelastungen und einseitige Belastung, falsche Ernährung, Rauchen, psychischer Stress, schwere körperliche Arbeit, Unzufriedenheit am Arbeitsplatz oder in der Partnerschaft – all das kann zu Verspannungen führen und dem Rücken schaden.

Weitere Informationen über Rückenschmerzen und einige andere Gesundheitsthemen finden Sie in unserer Beilage.