Hagsfeld Mitte
DER HAGSFELDER STACHUS ist der Verkehrsknoten mitten im nordöstlichen Stadtteil, an dem fünf Straßen zusammentreffen. Im Berufsverkehr muss er auch den Durchgangsverkehr verkraften. | Foto: jodo

Südumfahrung nicht in Sicht

Hagsfelder dürfen weiter warten

Auf der neuen Etappe der Jahrzehnte-Tour mit dem Ziel „Südumfahrung Hagsfeld“ meldet die Stadtverwaltung ein langsames Vorankommen. Zwei Jahre sind nach dem Beschluss der Stadtpolitik, für dieses lange versprochene Projekt zur Entlastung Hagsfelds vom Durchgangsverkehr ein neues aufwendiges Planfeststellungsverfahren durchzuziehen, schon wieder verstrichen. Nun erstattete die Verwaltung dem Planungsausschuss des Gemeinderats zur Hagsfelder Umfahrung einen ersten Zwischenbericht. Im Spätjahr will man bei einem Scooping-Termin die direkte Information der Bürgerschaft über den Stand des Verfahrens folgen lassen.

Varianten werden untersucht

Vor der konkreten Einleitung des formellen Planverfahrens durch das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) muss die Stadt eine umfassende Variantenuntersuchung vornehmen. Nach europaweiter Ausschreibung hat die Verwaltung die Planungsgemeinschaft Mailänder Consult/Schüssler Plan mit diesen Vorplanungen beauftragt. Nach einem Jahr Planungsphase habe man einen gewissen Vertiefungsstand erreicht, wenngleich die Voruntersuchungen sich noch in einem sehr frühen Stadium befinden, erklärt die Stadtverwaltung.

Alter Bebauungsplan überholt

Anfang 2016 hatte der Gemeinderat für die Vorbereitung eines Planfeststellungsverfahren gestimmt. Damals habe ein Rechtsgutachten aufgezeigt, dass entgegen früherer Annahmen die damals bevorzugte Variante nicht über den seit 1994 bestehenden Bebauungsplan realisiert werden könne, berichtet das Presseamt der Stadt. Damit war der seit Jahrzehnten versprochene Umgehungsplan erst Mal wieder auf Eis gelegt.

Gewerbegebiete angebunden

Besonders nach dem Bau des Autobahnanschlusses Karlsruhe Nord – mit seinem bis zur Elfmorgenbruchstraße gehenden Westteil – zur Anbindung der Gewerbegebiete Karlsruhe Nordost, hat der Durchgangsverkehr von Pendlern zwischen der Hardt und der Autobahn die in der Rushhour lärm- und staugeplagten Hagsfelder auf die Palme gebracht. Dieser Einstieg in die schon damals lange versprochene Entlastung ist bis heute ein Torso und hat die Belastung weiter erhöht.

Neue Beteuerungen

Alle Parteien der Stadtpolitik reagierten darauf mit neuen Beteuerungen, die Südumfahrung rasch zu verwirklichen. Aus Kostengründen wurde das Projekt dann immer wieder aufgeschoben. Nach dem politischen Aus für die Nordtangente setzte man auf eine kleinere Umgehungsvariante, bis man in der Stadtverwaltung feststellte, dass deren Umsetzung durch den bestehenden Bebauungsplan nicht ausreichend abgesichert sei. Die Variantenuntersuchung für das Planfeststellungsverfahren erfolgt auf Grundlage der Verkehrsprognose 2030 für die Haid-und-Neu-Straße sowie Elfmorgenbruchstraße.

Anschluss für Technologiepark?

Hinzugekommen ist die Forderung, den Technologiepark Karlsruhe an die Südumfahrung anzubinden. Dieser Anschluss sei bei den bisherigen Variantenuntersuchungen nicht enthalten gewesen, betont die Stadt. „Beabsichtigt ist eine zweistreifige Führung der Trasse mit leistungsfähigen Knoten“, unterstreicht die Stadt. Für die Knotenpunkte untersucht wurden Kreuzungen mit Lichtsignalanlagen sowie Kreisverkehrsszenarien mit und ohne Bypässe oder auch zusätzlicher Unterführung der Hauptverkehrsrichtung. Aus rein technischer Sicht auf die Knotenpunkte Elfmorgenbruchstraße und Haid-und-Neu-Straße favorisiere man derzeit mit Ampeln gesteuerte Kreuzungen.

Größe von Kreuzungen und Trog

Bei der Querung der Bahntrasse werden Varianten mit Trogbauwerk sowie mit Brücke – aufgeständert oder mit Böschungen – voruntersucht. Dabei geht es um die Auswirkungen auf Landschaftsbild, Lebensraum und Lärmbelastung. Derzeit kartiere man die Fauna, berichtet das Presseamt. Der Scooping-Termin im Herbst ist dem förmlichen Planfeststellungsverfahren durch das Regierungspräsidium vorgeschaltet. Beim Scooping werden den Behörden und Naturschutzverbänden die geplanten Maßnahmen vorgestellt. Die Institutionen können sich einbringen.

Sobald die Variantenuntersuchung einschließlich Umweltverträglichkeitsstudie vorliegt, kommt wieder der Gemeinderat an die Reihe: Er kann sich dann – vielleicht 2019 oder 2020 – auf eine Variante festlegen, mit der dann das Planfeststellungsverfahren beantragt werden kann.