Baden-Marathon
Neue Wege: Der Baden-Marathon kann 2020 nicht wie gehabt stattfinden. Die Organisatoren setzen auf einen Halbmarathon, den Duos zusammen absolvieren. | Foto: dpa

„Gemeinsam Run“ ins Grüne

Halbmarathon durchs Grüne soll Karlsruher Baden-Marathon ersetzen

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Ein Halbmarathon durchs Grüne soll am 20. September den eigentlich an diesem Tag geplanten Baden-Marathon ersetzen – wenn die Läufer das so wollen. „Um so ein Format umzusetzen, braucht es eine gewisse Resonanz. Mindestens 500 Läufer bräuchten wir. 1.000 wäre umgekehrt das Maximum“, erklärt Fried-Jürgen Bachl, Geschäftsführer des Marathon-Karlsruhe-Vereins – den Corona vor neue Herausforderungen stellt.

Massenstarts und Tausende Zuschauer am Straßenrand sind in Pandemiezeiten nicht denkbar. In der Folge war klar: Die 38. Veranstaltung fällt ganz anders aus. Neue Wege sind gefragt, da Bachl und seine Mitstreiter den Lauf 2020 auch nicht einfach ausfallen lassen möchten.

Wir sind keine Läufer-Vermittlungsagentur.

Fried-Jürgen Bachl, Geschäftsführer des Marathon-Karlsruhe-Vereins

Inzwischen nimmt ein Format Gestalt an, das „Gemeinsam Run“ überschrieben ist. Immer zwei Läufer sollen zusammen auf die Strecke gehen, 30 Sekunden zeitversetzt zu den Teams davor. Duo um Duo. „Wir sind keine Läufer-Vermittlungsagentur. Jeder muss seinen Partner selbst finden und benennen“, so Bachl.

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Die Zweierteams stünden für Begegnung in einer Zeit, in der es viel um Isolation und Abstand geht. „Außerdem können sie sich auf der Strecke gegenseitig unterstützen und gemeinsam im Ziel einlaufen“, so Bachl.

An der Europahalle soll Startpunkt sein

Das Konzept des „Gemeinsam Run“ sieht vor, dass an der Europahalle zwischen 8.30 und 12.30 Uhr die Duos zu einem jeweils exakt vorgegeben Zeitpunkt starten. Von dort geht es durch die Natur. Ziel ist das Carl-Kaufmann-Stadion.

Bachl will nun wissen, ob dieses Konzept ankommt. An die 2.100 Läufer, die sich ursprünglich bereits für den regulären Baden-Marathon angemeldet hatten, sowie 6.000 weitere Bezieher eines Newsletters verschickte Bachl eine entsprechende Umfrage.

Entscheidung fällt Ende Juni

Nach wenigen Stunden lagen 500 Antworten vor, ein Drittel bekundete Interesse. Eine verbindliche Anmeldung ist hingegen noch nicht möglich. Ende Juni haben die Mitglieder des Marathon Vereins das letzte Wort, ob der „Gemeinsam Run“ überhaupt stattfindet.

„Die jetzt gestartete Umfrage ist eine Art Marktanalyse. Auf dieser Grundlage können wir dann bei der Mitgliederversammlung beraten“, so Bachl. Sagt der Verein Ja, sollen sich Sportler voraussichtlich ab 10. Juli registrieren können.

Das wäre etwas ganz anderes.

Fried-Jürgen Bachl

Sie dürfen weder eine Medaille noch eine Siegerehrung erwarten. Vorgesehen ist, dass sich alle Lauf-Teams eine Urkunde mit Laufzeit über die Website ausdrucken können. Im Carl-Kaufmann-Stadion erhalten beide Teilnehmer jeweils einen Finisher-Beutel mit Verpflegung. Auch Fotos sollen von den Ankommenden gemacht werden.

Die Zeit der Lauf-Duos wird der Idee zufolge mittels Chip in der Startnummer gemessen. Ranglisten sind keine vorgesehen. „Das wäre in jedem Fall etwas ganz anderes als der klassische Baden-Marathon. Wir können sicher nicht sagen, dass da eh alle mitmachen, die bisher in Karlsruhe am Start waren“, betont Bachl.

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Angebot für Läufer aus der Region

Berlin und Wolfsburg beispielsweise sagten die Marathonläufe für dieses Jahr inzwischen ab. Einige Metropolen setzten zuletzt auf Eliterennen. In Tokio gingen 200 Top-Läufer auf die Strecke. Bachl dachte nicht in diese Richtung.

„Das können Städte mit einem gigantischen Marathon-Budget machen. Ein solches haben wir nicht.“ Der „Gemeinsam Run“ soll entsprechend eher ein Angebot sein für Läufer aus der Region. Die zeitweise diskutierte Option, einen Marathon mit Maskenpflicht anzubieten, verfolgen die Organisatoren indessen nicht weiter.

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