Der Unternehmer Hans Kiefer will IT-Fachkräfte in der Region halten und vermitteln. | Foto: Andrea Fabry

Rock5-Geschäftsführer

Hans Kiefer vertraut auf Kopf, Herz und Bauchgefühl

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Auch ohne Studium ist der gelernte Informatikkaufmann Hans Kiefer (36) erfolgreich im Bereich der individualisierten Softwareentwicklung. Der Geschäftsführer von Rock5 hat nie bereut, nicht studiert zu haben. 2014 hat er das Unternehmen gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Eduard Marsal gegründet.

Beide haben jeweils 15 Jahre Erfahrung im IT-Bereich. Zuvor waren sie selbstständig und haben unter anderem für 1&1 gearbeitet. Im Gegensatz zu früher übernehmen sie nun vermehrt Management- oder strategische Aufgaben und natürlich Verantwortung. „Viele Entscheidungen treffe ich im Zusammenspiel von Kopf, Herz und Bauchgefühl“, so der 36-Jährige.

Zu Fuß ins Büro

Kiefer ist in Ettlingen aufgewachsen, wohnt heute mit seiner Frau und seiner zweijährigen Tochter im Herzen von Karlsruhe unweit des Zentrums für Kunst- und Medien. Die Lage dort ist ideal für den Entwickler, der gerne und viel zu Fuß geht: Jeden Morgen bringt er seine Tochter in den Kindergarten und läuft dann in die Innenstadt bis zum Büro in der Kaiserstraße. Einen Führerschein hat und benötigt er nicht. Ab und an lässt er sich von seiner Frau chauffieren, die ein Auto hat. Dank ihr gelingt es ihm inzwischen, nicht mehr als 40 Stunden zu arbeiten. „Die Zeit mit der Familie ist einfach zu kostbar“, das weiß er heute. Fest im Jahresplan verankert ist zudem jedes Jahr ein Winterurlaub in die Sonne.

Vielfältig engagiert: Hans Kiefer entwickelt individualisierte Softwarelösungen für Kunden und vermittelt Freelancer an Unternehmen in der Region. | Foto: Andrea Fabry

Klettern als Ausgleich

Seit er Vater ist, ist der Softwareexperte zum Frühaufsteher geworden. In der Freizeit kommt er weniger zum Klettern oder Bouldern. Das ist ein Ausgleich, den er nur noch gemeinsam mit seinem Team betreibt. Auf diese Lieblingssportart geht auch der Firmenname zurück. Wie beim Sport unterstützt sich das Team ebenso im Arbeitsalltag gegenseitig und pflegt insgesamt einen familiären Umgang.

Keine Produkte von der Stange

Heute besteht das Unternehmen aus zehn Mitarbeitern, im Gründerzentrum an der Durlacher Allee starteten die zwei Gründer vor drei Jahren auf elf Quadratmetern. Die Firmenphilosophie lautet: „Wir machen keine Produkte von der Stange“, erklärt der Unternehmer. „Wir verwirklichen individuelle Projekte – von der App-Entwicklung bis hin zu Industrie-4.0-Projekten im Bereich der Maschinenüberwachung. Unsere Kunden kommen aus der Region: Es sind Start-ups, aber auch mittelständische Unternehmen und Firmen in der Größe von 1&1.“


Neben ihrem Kerngeschäft möchten Kiefer und sein Geschäftspartner seit diesem Jahr dem Fachkräftemangel in der Region entgegenwirken. Mit „getExperts“ haben sie einen regionalen Service aufgebaut, der lokale, freiberufliche IT-Fachkräfte an Unternehmen vor Ort vermittelt. Als ehemalige Freelancer mit Arbeitsorten wie Berlin oder Zürich wissen sie, worauf es ankommt. Sie haben festgestellt, dass die lokale IT-Szene so gut aufgestellt ist, dass Unternehmen aus Karlsruhe keine Freiberufler aus Berlin oder Köln engagieren müssen.

Gutes Gespür für Menschen

„Wir schauen, wer auf welches Projekt passt“, sagt der Geschäftsführer und betont, dass sie keine klassische Personalvermittlung sind. Er und seine Kollegen kennen sich gut im IT-Bereich aus, verstehen sowohl ihre Kunden als auch die Freelancer. Hinzu kommt das gute Gespür für Menschen. Denn Kiefer erkennt stets gut, wer ein Teamplayer ist und wer nicht.

IT-Fachkräfte sollen in der Region bleiben

Sowohl die Regionalität als auch die Sicherung von Fachkräften sind dem Karlsruher IT-Netzwerker persönlich sehr wichtig. „Die qualifizierten Fachkräfte sollen auch nach dem Studium in der Region bleiben“, so der Wunsch des Familienvaters, der sich noch mehr mit der Stadt und der Technologieregion vernetzen möchte. Denn sein Ziel ist es, mit seinem Netzwerk, vor allem die lokale Wirtschaft in und um Karlsruhe zu stärken.