Hochhaus Landratsamt
Das Landratsamt an der Kriegsstraße, in die gerade der Autotunnel eingebaut wird, gibt den Anstoß zu möglicherweise gravierenden Veränderungen am Ettlinger Tor. | Foto: jodo

Kommentar

Herzenssache

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Nichts bleibt, wie es war. Wer aber weiß schon, was sein wird? Das gilt selbst für die Politiker in und um das reiche Zentrum der Technologieregion – besonders, wenn es um einen komplexen Eingriff am künftig neben dem Marktplatz zweiten „Herz der Stadt“ geht. Die möglichen Veränderungen im Stadtbild und Umwälzungen in der Stadtstruktur für die Bürger sind am Ettlinger Tor so gravierend, dass eben guter Rat teuer ist.

Demokratischer Wurf

Nicht umsonst lassen sich Stadt und Landkreis die Lösung der Zukunftsfrage durch eine international besetzte Ideenwerkstatt zusammen 600 000 Euro kosten. Auch weil man selbst nicht weiß wie, will man diesmal ein zentrales Stück Zukunftsstadt von Experten und den Bürgern entwerfen lassen.

Dies ist ein großer demokratischer Wurf, der auch daneben gehen kann: Zum einen kommt die Politik, also Gemeinderat und Kreistag, an der Empfehlung der Werkstatt kaum noch vorbei und steht unter enormem Druck, das öffentlich gepushte Projekt „Hochhaus oder Hochhäuser am Ettlinger Tor?“ auch konsequent umzusetzen.

So schlau wie vorher?

Andererseits kann das Ziel aus den Augen verloren werden, weil ohne klare Vorgaben viele Ideen sprießen. Immerhin sind vier renommierte Planungsbüros und alle Bürger aufgerufen, in der Karlsruher Städtebau-Werkstatt mitzuarbeiten. Da kann das Ergebnis nebulös und widersprüchlich ausfallen – und man ist danach so schlau wie vorher.

Abriss öffnet Möglichkeiten

Zwei große Chancen für die Stadtentwicklung sind aber heute festzuhalten: Der Landkreis kann sich mit einem Neubau des Landratsamts um die Stadtentwicklung verdient machen. Da von der denkmalgeschützten Fassade wegen der auch durch die Schadstoffbelastung notwendigen Sanierung nur das Betongerippe bleibt, sind Abriss und Neubau in neuem Stil der richtige Weg. Diese Veränderung an der Kriegsstraße tut dem Stadtbild gut. Und die Umgestaltung der Kriegsstraße durch die Kombilösung schreit nach einer städtebaulichen Gestaltung an der Kreuzung „Ettlinger Tor“.