Die Stadt Karlsruhe kauft das Torwächterhaus. Foto: jodo

Auch dank privater Spenden

Stadt Karlsruhe erwirbt das Torwächter­haus in Durlach

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Die Stadt kauft das Durlacher „Torwächterhaus“. Dies beschloss der Gemeinderat am Dienstag einstimmig in nicht öffentlicher Sitzung. Das Gebäude in der Ochsentorstraße 32 soll erhalten und durch einen Neubau erweitert werden. Geplant ist eine Nutzung für gemeinnützige und stadthistorische Zwecke, teilte das Presseamt der Stadt am Mittwoch mit.

Mit dem Beschluss wurde die Verwaltung gleichzeitig beauftragt, ein Nutzungskonzept zu entwickeln und die Planung zur Sanierung und Erweiterung auf den Weg zu bringen. Der Kaufpreis wird auf 399 000 Euro beziffert. Allerdings beteiligen sich an diesem Betrag private Spender aus der Bürgerschaft mit 118 000 Euro.

Denkmalschutzbehörde hatte Abriss genehmigt

Ihnen ging es um den Erhalt des Gebäudes. Vor diesem Hintergrund trat die Verwaltung an den Eigentümer heran und signalisierte Kaufinteresse, heißt es in einem Brief von Oberbürgermeister Frank Mentrup, der an die Stadträte ging und auch den BNN vorliegt. Darin ist ebenso von der Aufwertung des Eingangs zur Durlacher Altstadt die Rede.

Ursprünglich sollte das Anwesen einer Wohngruppe des „Zentrums für individuelle Erziehungshilfen“ (Zefie) weichen. Da es sich bei dem auf die Zeit um 1800 zu datierenden Gebäude nicht um ein Kulturdenkmal handelt, hatte die Denkmalschutzbehörde den Abbruch des Gebäudes genehmigt.

Sehr emotionale Diskussion

Gleichzeitig wurde einer Neubebauung mit einem Wohn- und Geschäftshaus auf den Grundstücken mit einer Vielzahl von Auflagen – insbesondere zur äußeren Gestaltung der Gebäude – zugestimmt. Das Vorhaben des Eigentümers wurde in der Öffentlichkeit jedoch sehr emotional diskutiert. Unter anderem wurde – letztlich vergeblich – eine Petition im Landtag eingereicht: Ziel war der Erhalt des historischen Hauses.

Eine Gruppe Durlacher Bürger trug daraufhin Spenden für den Erhalt des Gebäudes zusammen. Aufgrund der Stimmungslage in der Öffentlichkeit hatte sich der Eigentümer entschlossen, das geplante Bauvorhaben nicht umzusetzen, sondern das Objekt zu verkaufen.

Der „Arbeitskreis Stadtbild Durlach“ präsentierte erst jüngst eine Idee ihres Mitglieds Mirko Felber: Der Architekt machte sich Gedanken, wie man den Torbogen wieder frei legen könnte. Neu fügte er in dem Plan Dachgauben hinzu, um das Dachgeschoss besser zu nutzen.