Über 70 Meter ist das Gebäude des Landratsamtes. Seine Sanierung kostet 100 Millionen Euro. | Foto: Hora

Hauptsitz des Landratsamtes

Hochhaussanierung kostet 100 Millionen Euro

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100 Millionen Euro – diese Zahl nennt Christoph Schnaudigel und beziffert damit grob den Aufwand für die anstehende Sanierung des Hochhauses Beiertheimer Allee 2 in Karlsruhe, in dem das Landratsamt seinen Hauptsitz hat. Der Landrat des Kreises Karlsruhe erwartet eine Entscheidung über die Vorgehensweise und die Finanzierung in den kommenden zwei Jahren. Dabei macht er eines mit Nachdruck deutlich: „Wir müssen sanieren.“

Gebäude aus den 1960ern

Das aus den 1960er Jahren stammende Gebäude ist in die Jahre gekommen. Erste Untersuchungen hätten schon ergeben, dass eine abschnittsweise Sanierung angesichts der Komplexität der Aufgabe nicht möglich ist, heißt es beim Landkreis.

2018 genauere Einschätzungen

Für das erste Quartal 2018 erwartet Landrat Schnaudigel genauere Aussagen zu Umfang und Kosten der erforderlichen Sanierung. Erforderlich deshalb, weil die – theoretische – Möglichkeit eines Abrisses wegen enormer Kosten und Errichtung eines möglicherweise noch teureren Neubaus nicht auf der Agenda steht: Das Hochhaus steht unter Denkmalschutz.

Wie finanzieren?

Davon unberührt bleibt die Aufgabe, zu klären, wie das Projekt finanziell zu stemmen ist. Wie das gelingt, weiß Landrat Christoph Schnaudigel Stand heute noch nicht. Was er weiß, formulierte er bei der Einbringung des Haushalts 2018 so: „Die Sanierung des Hochhauses stellt ein ganz gewaltiges zukünftiges Risiko für die Haushalte der kommenden Jahre dar.“

Sanierung durch Investor?

Eine zunächst ebenfalls noch theoretische Möglichkeit wäre beispielsweise, das Gebäude zu verkaufen, es von einem Investor sanieren zu lassen, diesem über eine Reihe von Jahren Miete zu zahlen und das Gebäude irgendwann wieder zum dann zu ermittelnden Restwert zu übernehmen. Doch das sind derzeit nur Gedankenspiele.

Mitarbeiter müssen umziehen

Konkreter wird es schon jetzt, was die rund 700 Mitarbeiter betrifft, die im Landkreis-Hochhaus arbeiten. Sie werden während der Bauzeit ausquartiert werden müssen. Für diese große Zahl Büroraum zu finden, ist nicht einfach, zumal dann, wenn man einigermaßen große Einheiten finden möchte, um sich nicht zu verzetteln. Die Verwaltung sei schon auf der Suche.

Stadtwerke haben eigene Erfahrungen

Erfahrungen mit einem solchen Sanierungsprojekt der eigenen Zentrale beziehungsweise dem befristeten Umzug einer großen Zahl von Mitarbeitern haben die Stadtwerke Karlsruhe, die ihre Mitarbeiter vom Standort Daxlander Straße aus ausquartiert haben, als dort umgebaut wurde.

Landkreis-Hochhaus
Das prominente Gebäude in der Beiertheimer Allee entstand 1961 bis 1965 nach den Plänen des Kölner Architekten Theodor Kelter und des Karlsruher Architekturbüros Möckel & Schmidt für den Energieversorger Badenwerk. Das Hauptgebäude ist über 70 Meter hoch.
Rechtwinklig entlang der Kriegsstraße gibt es einen viergeschossigen Langbau und einem westlich vorgelagerten Kasinobau, der zusammen mit dem flachen Eingangsbau einen Vorplatz bildet, unter dem sich eine Tiefgarage befindet.
Als das Badenwerk in den in den 1990er Jahren zur Energie Baden-Württemberg fusionierte und eine neue Zentrale an der Durlacher Allee bezog, kaufte der Landkreis Karlsruhe die Immobilie für 45 Millionen Mark.
Der Komplex ist ein ausgewiesenes Kulturdenkmal der Stadt Karlsruhe.