Baustelle Durlacher Tor
GLEISE RAUS, GLEISE REIN: Am Durlacher Tor wird unter Vollsperrung des Schienenverkehrs das Straßenbahnnetz neu verknüpft. Stufenweise werden die zwei Gleisstränge bis zum Schulbeginn im September wieder befahrbar sein., zunächst die Hauptachse Kaiserstraße/Durlacher Tor/Durlacher Allee ab 26. August. | Foto: jodo

Die größte U-Strab-Baustelle

Hotspot Durlacher Tor

Anzeige

Auf dem Höhepunkt der Hitzewelle steckt der Verkehrsknoten Durlacher Tor mitten im Umbruch. Dort ist der Hotspot der U-Strab-Bauarbeiten in diesem wahren Sommer 2018. Gleise sind rausgerissen, Straßen abgeklemmt. In der Unterwelt des Durlacher Tors kommt indessen der Ausbau der U-Station bei um die 20 Grad Kühle ohne großes Schwitzen voran.

Keine Ausfahrt

In der Kaiserstraße klafft ein 50 Meter langes Loch. Keine Schienen, kein Asphalt, die pure Schotterzone. Keine Einfahrt, keine Ausfahrt am Durlacher Tor. Das Ostende der Kaiserstraße ist derzeit nur vom Berliner Platz aus anzusteuern. Vor der Baustelle muss am Ende der Sackgasse gewendet werden.

Im Bogen auf Kurs

Die Bahnen nehmen am Kronenplatz einen Bogen durch die Fritz-Erler-Straße und weiter über den Mendelssohnplatz und die Südostbahntrasse, um an der Tullastraße die Durlacher Allee, und damit wieder den West-Ost-Gleishauptstrang der Region, zu erreichen und Kurs gen Durlach einzuschlagen.

Schöne Bescherung?

Der Stadtbahnverkehr der S 2 ist auf seinem Nordostast zwischen dem Durlacher Tor über Hagsfeld bis Spöck eingestellt. Busse werden als Ersatz angeboten. Der Endspurt für die Wiederherstellung von Karlsruhes größter Kreuzung nach sieben Jahren U-Strab-Baustelle hat begonnen: Bis Weihnachten sollen alle Verkehrsflächen am Durlacher Tor fertig und in Betrieb sein.

Heißeste Phase

In der heißesten Phase, den ersten vier Ferienwochen bis 26. August, sind alle Straßenbahngleise unterbrochen. Die Gleisarbeiter knüpfen jetzt die neuen Schienen an das bestehende Netz an und reißen später die nun überflüssigen Umgehungsschienen der Baustellenprovisorien heraus. Zunächst wird am 26. August der Gleishauptstrang zwischen Kaiserstraße und Durlacher Allee wieder geöffnet.

 

Schienenbaustelle
AM SCHIENENWEG Richtung Hauptfriedhof wird am Durlacher Tor schwer gebastelt. Unverändert klotzt das braune VBK-Betriebsgebäude (Mitte). | Foto: jodo

Dagegen bleibt das Gleis Richtung Hauptfriedhof und Spöck am Durlacher Tor und in der Haid-und-Neu-Straße noch bis zum Ferienende im September wegen der Bauarbeiten gesperrt. Ab 29. August solle auch die Kaiserstraßen-Ausfahrt am Durlacher Tor wieder offen sein, berichtet Bauoberleiter Matthias Mayer. Dagegen werde es mit der Gegenrichtung, der Einfahrt vom Adenauerring Richtung Berliner Platz einige Wochen länger dauern.

Sieben Jahre

Überhaupt sind am Durlacher Tor nach den Sommerferien noch einige Fahrbahnabschnitte zu bauen, bis vor Weihnachten der Verkehr auf allen neuen Bahnen und Wegen nach sieben Jahren Baustelle unbehindert rollen kann.

Neues Provisorium kommt

Die eigentliche Platzgestaltung, also der riesigen Innenfläche des Knotens Durlacher Tor, kommt aber erst in einigen Jahren. Vermutlich liegt das Areal nach Abbau der Baucontainerburg brach oder wird provisorisch mit Asphalt versiegelt, bevor voraussichtlich um 2025 die Neugestaltung beginnt: Dort ist wie für die gesamte oberirdische U-Strab-Zone als Wettbewerbsergebnis ein nobles Pflaster geplant. Zudem werden Straße und Schienen auf der Ostseite des Durlacher Tors samt der Mauer vor dem Plateau von St. Bernhard entfernt und dort ein städtebaulich attraktiver Hang angelegt.

Vergangenheit und Zukunft

Am Ende wird nach 15 Jahren Umbauzeit der Verkehrsplatz nicht wirklich neu gestaltet sein. Er wird weiter nach Norden zum Adenauerring ohne bauliche Fassung auseinanderfransen. Und als einziges Bauwerk auf der Fläche selbst wird das von vielen Karlsruhern als der hässlichste Bau der Fächerstadt wahrgenommene Betriebsgebäude der Verkehrsbetriebe in Braunbeton den östlichen City-Eingang dominieren.