Pressekonferenz
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihren Abschied eingeläutet. Politiker aus der Region reagieren darauf. | Foto: Kay Nietfeld

Eingeläuteter Abschied

„Ich begrüße den Schritt von Angela Merkel“: Reaktionen von Politikern aus der Region

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Zwischen Überraschung, Respekt und der Forderung nach mehr: Politiker und bekannte Persönlichkeiten aus der Region kommentieren die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), auf den Parteivorsitz zu verzichten.

Ingo Wellenreuther, KSC-Präsident und CDU-Bundestagsabgeordneter aus Karlsruhe
„Viele Menschen haben sich in den vergangenen Jahren in einigen Punkten nicht mehr ausreichend vertreten gefühlt und dadurch das Vertrauen in die CDU verloren. Ein Wechsel an der Parteispitze ist eine Chance, Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurück zu gewinnen und auch gerade in der Flüchtlingspolitik eindeutig Position zu beziehen.“

Olav Gutting, CDU-Bundestagsabgeordneter Wahlkreis Bruchsal/Schwetzingen

„Die Entscheidung von Angela Merkel verdient den allergrößten Respekt“, meint Olav Gutting. | Foto: pr

„Die Entscheidung von Angela Merkel verdient den allergrößten Respekt. Die Kanzlerin hat den richtigen Zeitpunkt gewählt. Für die Nachfolge im Parteivorsitz gibt es mehrere Namen, überraschender Weise auch den von Friedrich Merz. Er steht für klare Worte – ordnungs- und wirtschaftspolitisch. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn stünde für einen Neubeginn.“

 

Axel E. Fischer, CDU-Bundestagsabgeordneter Wahlkreis Karlsruhe-Land
„Ich begrüße sehr, dass Friedrich Merz bereitsteht. Er ist genau der Richtige, um die Partei inhaltlich zu erneuern. Er hat große Erfolge erzielt und vertritt klare Positionen. Frau Merkel hat den Zeitpunkt für ihren Rücktritt als Parteivorsitzende richtig gewählt. Sie hat aus den jüngsten Ergebnissen die richtige Konsequenz gezogen.“

 

Er blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Daniel Caspary war im November bei den Jamaika-Gesprächen dabei.
„Ich bin überrascht von dem Amtsverzicht. Aber er bietet die Chance für einen Neuanfang“, sagt Daniel Caspary.

Daniel Caspary, CDU-Kreisvorsitzender Karlsruhe-Land und EU-Abgeordneter
„Ich bin überrascht von dem Amtsverzicht. Aber er bietet die Chance für einen Neuanfang. Mit Annegret Kramp-Karrenbauer, Armin Laschet und Jens Spahn steht ein breites Angebot frischer Kräfte für den Parteivorsitz bereit – diese Namen nenne ich auf die Frage nach meinen Wunschkandidaten. Sie tragen Verantwortung und können neuen Schwung bringen. Was Friedrich Merz anbetrifft, bin ich der Auffassung, dass wir uns neu aufstellen sollten.“

Dirk Preis, Vorsitzender der Gernsbacher CDU
„Ich begrüße den Schritt von Angela Merkel. Das zeigt: Die Partei lebt noch. Spätestens nach den schlechten Wahlergebnissen in Bayern und Hessen wird es für die CDU Zeit, sich für die Zukunft neu aufzustellen. In diesem Zusammenhang muss auch geklärt werden, wer auf Frau Merkel als künftiger Kanzlerkandidat folgt. Aus meiner Sicht hat die CDU mit einer Nachfolgeregelung zu lange gewartet.“

 

Hans-Ulrich Rülke (FDP)
„Es wäre besser, sie würde als Kanzlerin abtreten“, denkt Hans-Ulrich Rülke. | Foto: Fabian Albrecht/Archiv

Hans-Ulrich Rülke, FDP-Fraktionschef im Land und in Pforzheim
„Frau Merkel hatte selbst beteuert, dass Kanzlerschaft und Parteivorsitz für sie prinzipiell in eine Hand gehören. Sie hat aber auch schon mehrfach bewiesen, dass sie zum Machterhalt gerne Prinzipien aufgibt. Mit einem Friedrich Merz an der Spitze wäre die CDU für die FDP wieder deutlich attraktiver als mit Frau Merkel. Aber sie gibt jetzt das falsche Amt ab. Es wäre besser, sie würde als Kanzlerin abtreten. Dann hätte nicht nur die CDU etwas davon, sondern das ganze Land.“


René Weller, Ex-Boxchamp aus Pforzheim
„Es wäre gar nicht schlecht, wenn Angela Merkels Zeit jetzt zu Ende ist. Es ist einfach Zeit zurückzutreten. Darüber weiß man ja auch als Sportler etwas. Es war zu viel, was sie falsch gemacht hat. Die Leute wollen Veränderung, wir sind da eigentlich noch viel zu nett. Die Menschen haben inzwischen Angst in ihrer eigenen Stadt.“

 

Volker Schebesta, Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der CDU im Ortenaukreis
„Ich begrüße die Entscheidung der Bundeskanzlerin. Das Erscheinungsbild der Großen Koalition in Berlin in den vergangenen Monaten war desaströs. Wir müssen die Entscheidung jetzt nutzen, auch um die Regierungsarbeit besser auszustatten.“

 

„Das verdient Respekt!“, bekennt der Acherner Oberbürgermeister Klaus Muttach. | Foto: Rake Hora

Klaus Muttach, Acherner Oberbürgermeister und Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion im Ortenaukreis
„Das verdient Respekt! Zur starken Führung gehört aber, dass eine CDU-Kanzlerin auch den Parteivorsitz innehat. Deshalb bedingt die Aufgabe des Parteivorsitzes für mich auch die Frage einer neuen Bundesregierung mit einer neuen Bundeskanzlerin oder einem neuen Bundeskanzler, gegebenenfalls auch ein neuer Versuch einer Jamaika-Koalition oder aber Neuwahlen.“

 

Gunther Krichbaum, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Pforzheim, Vorsitzender des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union des Bundestages
„Angela Merkel hat ein dringend notwendiges Signal für die Zukunft der CDU gesetzt. Unsere Mitglieder und Anhänger wollen jetzt einen Aufbruch an der Parteispitze sehen, mit klaren Standortbestimmungen, neuen Ideen und einem festen Kompass, wie wir die vor uns liegenden Aufgaben mit Zuversicht meistern wollen. Allerdings sollte Angela Merkel auch weiterhin Kanzlerin bleiben. Eine Regierungskrise in Deutschland ist angesichts der weltpolitischen Instabilität das Letzte, was wir jetzt gebrauchen können.“

Die CDU braucht frisches Blut im Vorstand

Sabine Arnold, Vorsitzende der CDU Gaggenau
„Angela Merkels Verzicht auf den Parteivorsitz hat mich überrascht. Ich halte ihn jedoch für den richtigen Schritt und hoffe, dass die Union ihre internen Grabenkämpfe hinter sich lassen kann. Die CDU braucht frisches Blut im Vorstand, um auch bei jüngeren Wählern punkten zu können. Für Frau Merkel persönlich tut es mir leid, ihr hätte ich einen besseren Abgang gewünscht.“

 

Bernd Gögel, Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion aus dem Enzkreis
„Die Ankündigung Angela Merkels überrascht mich nicht – ihr Festklammern am Amt der Bundeskanzlerin dafür umso mehr. Merkel scheint in ihrem Elfenbeinturm vollkommen zu ignorieren, dass die massiven Verluste ihrer Partei untrennbar mit ihrer Person und der desolaten Amtsführung als Bundeskanzlerin verknüpft sind.“

 

„Das zwingt uns, uns neu aufzustellen – für eine Zeit nach Merkel“, ist Kai Whittaker überzeugt. | Foto: Vangermain

Kai Whittaker, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Landkreis Rastatt und den Stadtkreis Baden-Baden
„Eine unglaublich mutige und souveräne Entscheidung, aus freien Stücken das Amt der Parteivorsitzenden niederzulegen. Das zwingt uns, uns neu aufzustellen – für eine Zeit nach Merkel.“

 

Thomas Strobl, CDU-Landeschef im Südwesten, Vizeregierungschef und baden-württembergischer Innenminister
„Frau Merkel gestaltet einen Übergang, sie flieht nicht. So gibt sie der CDU die Möglichkeit, einen erfolgreichen Übergang zu organisieren. Auch die anderen Parteien in der Bundesregierung sollten Konsequenzen ziehen. Zwischen CDU, CSU und SPD muss es nun so etwas wie einen Gemeinschaftsgeist geben. Und wer nicht mitzieht, soll gehen.“

 

Philipp Bürkle, Landeschef der Junge Union (JU)
„Wir glauben, dass Angela Merkel schon richtig lag und der neue Parteivorsitzende auch Kanzler sein sollte.“