Manche Menschen werden immerzu mit anderen verwechselt. Das kann durchaus zu peinlichen Situationen führen. | Foto: IconWeb/adobe.stock.com

Ich bin das nicht!

Immer hält man mich für einen anderen

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Letzten Freitag in der Karlsruher Fußgängerzone: Ich tippte gerade etwas in mein Smartphone, als mir unvermittelt ein älterer Herr von hinten mit Brachialgewalt auf die Schulter schlug und mit ehrlicher Freude ausrief: „Mensch Rainer, das ist ja eine Überraschung! Du hier? Wer hätte das gedacht?“ Ich stutzte kurz, dann fiel mir ein, dass ich ja gar nicht Rainer heiße. „Sie müssen mich verwechseln, mein Herr“, sagte ich, doch er ließ sich nicht beirren. „Immer noch der alte Scherzkeks, haha“, rief er laut und lachte scheppernd. „Der Rainer! Unfassbar! Hier in Karlsruhe!“ Schleunigst suchte ich das Weite…

Peinliche Begegnung an der Supermarktkasse

Offenbar habe ich ein Allerweltsgesicht, denn Begegnungen wie die eben erwähnte sind mir durchaus nicht fremd. Höchst peinlich kann es werden, wenn –wie neulich im Supermarkt an der Kasse – eine hinter mir stehende Dame mittleren Alters plötzlich mit Schimpfwörtern um sich wirft – und zwar ausschließlich in meine Richtung. „Was denkst Du Schuft Dir eigentlich dabei?“, brüllte sie mich unvermittelt an. „Wie bitte?“, murmelte ich leise und in der Hoffnung, dass keiner der anderen Kunden womöglich glauben würde, ich sei ein Bekannter dieser schrecklichen und angsteinflößenden Frau. „Du verfolgst mich seit Tagen“, plärrte sie. „Jetzt sogar hierher. In meinen Supermarkt!“ Die anderen Kunden grinsten entweder oder schauten betreten zur Seite. „Ich kenne diese Frau nicht“, beteuerte ich wahrheitsgemäß, doch ich sah nur in ungläubige und entsetzte Gesichter. Was für eine Schmach! Ich werde künftig wohl woanders einkaufen müssen.

„Ich dachte, Sie wären Herr Weber“

Wenn Sie jetzt denken, verrückter ginge es nicht mehr, dann haben Sie sich getäuscht. Denn vor ein paar Tagen lief mir auf dem Markt ein Mensch aus der Kulturszene über den Weg, den ich vor einigen Jahren mal für den SONNTAG interviewt hatte. Er grüßte mich freundlich („Hallo Wolfgang!“) und wir redeten ein bisschen über dies und über das. Irgendwann wurde er knallrot im Gesicht und sagte: „Bitte entschuldigen Sie, aber ich glaube, ich habe Sie verwechselt.“ „Das macht nichts“, sagte ich, „das passiert mir ständig, dass ich für jemand anderen gehalten werde.“ Der peinlich berührte und plötzlich ganz kleinlaute Herr fuhr fort und meinte: „Ich dachte die ganze Zeit, Sie wären der Herr Weber vom SONNTAG, aber dann merkte ich, dass das gar nicht sein kann. Der Herr Weber ist ja viel jünger als Sie!“