Die Auszubildende zur Einzelhandelskauffrau, Carina Gierke, scannt in einem Supermarkt Lebensmittelpackungen.
Auch im Jahr 2018 ist im Kammerbezirk der IHK Karlsruhe die Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau am beliebtesten. 309 neue Ausbildungsverträge wurden in diesem Bereich bisher in diesem Jahr unterzeichnet. | Foto: Kaiser/dpa

Ausbildungsstart 2018

IHK Karlsruhe: Unbesetzte Lehrstellen trotz vieler neuer Ausbildungsverträge

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 „Die Ausbildungssituation ist angespannt“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe, Guido Glania. Den Zahlen zufolge, die er auf der Pressekonferenz zum Ausbildungsstart 2018 vorstellt, sind bei der IHK Karlsruhe aktuell 208 Lehrstellen unbesetzt.

Vor allem Branchen, in denen Schichtarbeit und Wochenendarbeit auf der Tagesordnung stehen, hätten es schwer, geeignete Bewerber zu finden, so Glania. Als Beispiele nennt er Lagerlogistik und das Hotel- und Gaststättengewerbe. Aber der Mangel an Bewerbern hat auch einen Vorteil: „Wer flexibel, ausbildungswillig und -fähig ist, der findet auch einen Ausbildungsplatz.“

Kooperationen mit Schulen

Damit Schüler die passende Stelle finden, arbeite die IHK seit Jahren erfolgreich mit Schulen zusammen, berichtet Glania. „Wirtschaft macht Schule“, die „Tage der Berufsorientierung“ und die Messe „Einstieg Beruf“ helfen Interessierten, einen Einblick in verschiedene Ausbildungsberufe zu erhalten.

Das scheint zu wirken. Obwohl es noch offene Lehrstellen gibt, wurden laut der IHK Karlsruhe in diesem Jahr bereits 3 742 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind 15 mehr als im vergangenen Jahr. 49 Prozent der neuen Azubis haben einen Realschulabschluss, 35 Prozent die Hochschulreife. Insgesamt werden zurzeit 10 420 Ausbildungsverträge von der IHK Karlsruhe verwaltet.

Flüchtlinge in Ausbildung

171 der Azubis über alle Lehrjahre hinweg haben einen Flüchtlingshintergrund, erläutert Glania. Die meisten der Geflüchteten sind laut Glania in der Ausbildung zum Fachinformatiker oder zur Fachinformatikerin und zum Koch beziehungsweise zur Köchin.

Unter allen Karlsruher Lehrlingen steht die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und zur Einzelhandelskauffrau besonders hoch im Kurs. Mit 309 Azubis ist die Zahl allerdings geringer als 2017, als noch 342 Menschen diese Ausbildung begannen. Steigende Zahlen verzeichnet dagegen der Industriemechaniker und die Industriemechanikerin, die mit 174 Berufsanfängern ebenfalls sehr beliebt sind.

Digitalisierung schafft neue Berufe

Der neu geschaffene Ausbildungsberuf „Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce“ scheint mit 15 abgeschlossenen Verträgen auch gut anzukommen. „Dieser Beruf wird durch die Digitalisierung in Zukunft noch massiv an Bedeutung gewinnen“, ist sich der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Karlsruhe, Alfons Moritz, sicher.

72 offene Ausbildungsplätze bei der IHK Nordschwarzwald

In Pforzheim ist die IHK Nordschwarzwald zufrieden mit ihren Zahlen. „Mit mehr als 2 302 Ausbildungsverhältnissen für das laufende Jahr 2018 bleibt die Ausbildungssituation im Bereich der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald auf gleichbleibend sehr gutem Niveau“, sagt die Präsidentin der IHK Nordschwarzwald, Claudia Gläser.

Allerdings gibt es auch in dieser Region 72 offene Ausbildungsplätze. Ähnlich wie in Karlsruhe sind Auszubildende in der Transport- und Logistik- sowie in der Gastronomiebranche besonders gefragt. Gläser ermuntert daher junge Erwachsene dazu, eine Ausbildung zu beginnen: „Wer bereit ist, auch weiterhin dazuzulernen und am Ball zu bleiben, hat nach erfolgreichem Abschluss beste Perspektiven und Lebenschancen.“