Start in 2020 in der Gartenhalle mit dem IHK-Neujahrsempfang.
Start in 2020 in der Gartenhalle mit dem IHK-Neujahrsempfang. | Foto: Haendle

Gartenhalle Karlsruhe

IHK-Neujahrsempfang in Karlsruhe ohne Hauptredner Altmaier

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Der Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe als traditioneller Jahresauftakt für Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur in Karlsruhe drehte sich in diesem Jahr um Mobilität. Der Hauptredner Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte überraschend ab.

Der mittelfränkische Kabarettist Oliver Tissot führte erstmals als Moderator durch den Morgen und sorgte mit einigen Witzen für lockere Stimmung im Publikum. Gleich danach verkündete er, dass Wirtschaftsminister Peter Altmaier aufgrund einer medizinischen Behandlung nicht anwesend sei.

Videobotschaft des Wirtschaftsministers

Altmaier meldete sich in Form einer Videobotschaft. Karlsruhe habe vor allem im Bereich der mittelständischen Wirtschaft viel zu bieten. Da er absagen musste, sei so CO2 eingespart worden, sagte der Minister. „Wir wollen, dass unsere mittelständische Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben“, sagte Altmaier. Karlsruhe und die Region bezeichnete er als „Wiege des Automobils“.

Deutschland muss auch in Zukunft ein Autoland bleiben.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier

Er sei dankbar, dass die IHK bei ihrem Empfang die Verkehrsinfrastruktur und Mobilität besonders beleuchtet. „Deutschland muss auch in Zukunft ein Autoland bleiben“, sagte Altmaier und wies darauf hin, dass dabei die Klimaaspekte berücksichtigt werden müssten. Mit dem autonomen Fahren würden weitere Bereiche erschlossen und auch Arbeitsplätze geschaffen, erklärte er. Natürlich hänge dieser Prozess von Rahmenbedingungen ab. Aber er sei der Auffassung, dass Unternehmen über zehn, zwanzig Jahre wissen müssten, welche Perspektiven sie haben.

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Deutschland müsse auch beim autonomen Fahren eine bedeutende Rolle spielen. Entscheiden sei die Verzahnung der Hersteller mit Forschungseinrichtungen wie dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Wir stehen am Anfang einer Innovationswelle und das müssen wir nutzen“, so Altmaier.

Der IHK-Neujahrsempfang in Karlsruhe ist der gesellschaftliche Jahresauftakt in der Fächerstadt.
Der IHK-Neujahrsempfang in Karlsruhe ist der gesellschaftliche Jahresauftakt in der Fächerstadt. | Foto: Haendle

IHK-Präsident Wolfgang Grenke wies in seiner Rede darauf hin, dass es durch die Digitalisierung auch bei der Mobilität ganz neue Möglichkeiten gibt. „Viele Möglichkeiten, viele Fragen“, so Grenke weiter. Die Technologieregion Karlsruhe habe eine Vorreiterrolle. Seit 2019 gebe es beispielsweise die Mobiliätskommission, bei der es um rheinübergreifende Mobilitätstheorien gehe.

Wir brauchen eine Verkehrswende, um die Klimaziele zu erreichen.

IHK-Präsident Wolfgang Grenke

„Wir brauchen eine Verkehrswende, um die Klimaziele zu erreichen“, betonte der IHK-Präsident. Eine Veränderung der Verkehrssysteme scheine in weiter Ferne. Weiter wies er, wie in den Vorjahren, auf die Bedeutung der zweiten Rheinbrücke für Karlsruhe und den Fachkräftemangel hin.

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IHK-Präsident Wolfgang Grenke bei seiner Rede in der Karlsruher Gartenhalle.
IHK-Präsident Wolfgang Grenke bei seiner Rede in der Karlsruher Gartenhalle. | Foto: Haendle

Appell für weniger Bürokratie

„Wir brauchen Mut, um Neues auszuprobieren“, sagte Grenke weiter. „Mit bürokratischen Hemmnissen werden wir nicht erfolgreich sein.“ Bürokratie sei in einem bestimmten Umfang nötig, um Dinge zu regeln. Sie dürfe sich jedoch nicht verselbstständigen. Speziell für kleine und mittlere Betriebe sei Bürokratie besonders belastend.

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Der Weltpräsident des Internationalen Verbands für öffentliches Verkehrswesen Pere Calvet sprach über die „New Mobility“. Danach folgte eine Gesprächsrunde über die Zukunft der Mobilität und was sich am Oberrhein bewegt.

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