Das Archivbild aus dem Jahr 1915 zeigt einen Sturmangriff österreichischer Truppen an der Isonzofront.
Das Archivbild aus dem Jahr 1915 zeigt einen Sturmangriff österreichischer Truppen an der Isonzofront. | Foto: dpa

38.000 Kinder wurden Waisen

Im Ersten Weltkrieg starben mehr als 61.000 Soldaten aus Baden

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Im Ersten Weltkrieg sind insgesamt 61.184 Soldaten aus Baden gestorben. Das sind 28,1 Tote auf 1.000 Einwohner und damit anteilig mehr als etwa aus Preußen (26), wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg in seinem Sonderheft „Europa vor 100 Jahren“ angibt.

Insgesamt starben zwischen 1914 und 1919 – auch nach dem Ende des Krieges 1918 erlagen noch Menschen ihren Verletzungen – 136.121 Soldaten aus dem Südwesten. Zu den Toten aus Baden kamen noch 72.916 aus Württemberg und 2.021 aus Hohenzollern hinzu. Das sind bei einer Kriegsdauer von 1.567 Tagen durchschnittlich 87 Tote täglich. Insgesamt starben zwischen 1914 und 1918 rund zwei Millionen deutsche Soldaten.

Rund 38.000 Waisen in Baden und Hohenzollern nach Ende des Krieges

Von den Gefallenen aus Baden waren laut einer historischen Statistik des Deutschen Reiches etwa 73 Prozent ledig und 27 Prozent verheiratet. So hatte der Krieg auch für die Familien im Südwesten schreckliche Folgen: Nach 1918 gab es in Baden und Hohenzollern, die Statistik umfasst in diesem Fall beide Landesteile, 11.785 Witwen und 38.042 Waisen. In Württemberg verloren 11.504 Frauen ihren Mann und 37.658 Kinder ihren Vater.

Hinzu kamen in Baden und Hohenzollern mehr als 27.000 sogenannte Kriegsbeschädigte, die laut einer Erhebung des Deutschen Reichs aus dem Jahr 1924 versorgungsberechtigt auf Grundlage des „Kriegspersonenschädengesetzes“ waren. In Württemberg waren davon fast 25.000 Menschen betroffen.

Mehr als eine halbe Million Kriegsversehrte im Deutschen Reich

Bei den Leiden der „Beschädigten“ handelte es sich – bezogen auf das gesamte Deutsche Reich – laut einer historischen Statistik in den meisten Fällen um den Verlust eines Beins (37.467 Menschen), eines Arms (17.266), um Geisteskrankheit (4.606), Lungentuberkulose (34.333), Blindheit (2.227) oder nicht näher definierte „sonstige Leiden“ (550.981). Insgesamt galten laut dieser Statistik fast 664.000 Personen als „kriegsbeschädigt“.

Nach Angaben des Deutschen Reichs umfasste Baden im Jahr 1922 eine Fläche von rund 15.000 Quadratkilometern. In dem Landesteil lebten laut den Volkszählungen von 1910 und 1919 2,14 beziehungsweise 2,21 Millionen Menschen.

Badener spielte zum Ende des Krieges eine besondere Rolle

Zum Ende des Ersten Weltkriegs spielte ein Badener eine besondere Rolle: Prinz Max von Baden.