Professor Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha

Stadtgespräche des ZAK

In Karlsruhe daheim, in der Welt zuhause

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Heimat steht für Herkunft, Vertrautheit, Geborgenheit und Identität. Sie bedeutet Verwurzelung, sich dazugehörig fühlen, sich auskennen und sich akzeptiert fühlen. Heimat kann aber auch Beengung, soziale Kontrolle, kulturelle Homogenität, Perspektivlosigkeit, Verfolgung und Verpflichtung bedeuten. Heimaten ändern sich über die Zeit. Der Begriff ist vielschichtig und ambivalent vor allem in Zeiten, in denen eine Gleichzeitigkeit von Lokalpatriotismus, kosmopolitischem Lebensstil, Mobilität und erzwungener Flucht beobachtbar ist. »Der Begriff enthält sowohl Historisches als auch Aktuelles und spiegelt angesichts Globalisierung, Migration, aber auch Digitalisierung, zugleich die Herausforderungen und Chancen der heutigen Gesellschaft wider«, sagt Professor Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha, Direktorin des ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). »In den Stadtgesprächen wollen wir diese Mannigfaltigkeit der Heimat erfahren und diskutieren, in Frage stellen und gegebenenfalls neue Denkweisen anstoßen.« Das erstmals für den 300. Stadtgeburtstag Karlsruhe in 2015 entwickelte Format der »Stadtgespräche « greift das ZAK zu den Heimattagen 2017 wieder auf. Persönlichkeiten aus Stadt, Wirtschaft, Kultur, Politik und Forschung diskutieren miteinander und im Dialog mit den Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern über die Karlsruher, globale, digitale und virtuelle Heimat.

Ur-Karlsruher und Neigschmeckte

Zu Beginn der Reihe will das ZAK am Mittwoch, 10. Mai 2017 um 19 Uhr unter dem Titel »Karlsruher Heimaten: Eingeborene, Neigschmeckte, Fremde?« ganz lokal anfangen. Es geht um die Frage nach dem Heimatpotential Karlsruhes. Unter dem Gesichtspunkt des 1715 erlassenen Privilegienbriefes des Markgrafen Karl Wilhelm, diskutieren die Referenten, welches Heimatpotential die Stadt Neuankömmlingen und welche Anreize sie Fremden bietet. Wie stehen »Ur-Karlsruher« und Zugezogene einander gegenüber? Und stellt Karlsruhe wirklich eine Stadt der Toleranz und Offenheit dar? Am Podium nimmt unter anderem Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup sowie Professor Dr. Werner Mezger, Geschäftsführer des Instituts für Volkskunde der Universität Freiburg teil. Die Moderation übernimmt Theo Westermann, Leiter der Stadtredaktion der Badischen Neusten Nachrichten (BNN). Danach geht es im wöchentlichen Mittwochsrhythmus weiter. Am Mittwoch, 17. Mai 2017, steht unter dem Titel »Globale Heimaten: Erwartungen, Enttäuschungen, Anpassungen?« die Frage nach einem modernen Heimatgedanken im Fokus. Wie wirksam sind Instrumente wie Stadtplanung, Bürgerbeteiligung oder Integrationskonzepte? Unter der Moderation von Professor Dr. CarolineY. Robertson-von Trotha diskutieren Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung im Staatsministerium Baden-Württemberg, Dr. Susanne Asche, Leiterin des Kulturamts der Stadt Karlsruhe, Professor Dr. Anke Karmann- Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamtes und Dr. Christine Absmeier, Leiterin des »Haus der Heimat« des Landes Baden-Württemberg.

Digitale Heimat

Eine Woche später, am Mittwoch, 24. Mai 2017, folgt der Austausch über »Digitale Heimaten: Austausch, Sehnsucht, Versprechen? «, der sich vor allem mit dem Stellenwert von Online-Communities und neuartigen Konsumheimaten jenseits der Innenstädte auseinandersetzt. Welchen Stellenwert haben Social Media für Diasporagemeinschaften? Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für reale Nachbarschaften, aber auch für innerstädtischen Handel und die Kultur? Wie verändern sich unsere Städte durch Digitalisierung? Die Reihe der Stadtgespräche schließt am Mittwoch, 31. Mai 2017 mit dem Thema »Virtuelle Heimaten: Licht, Schatten, Zukunft?« ab. Es diskutieren unter anderem Aytekin Celik, Medienreferent und Mitbegründer der Medienakademie Baden-Württemberg und Wolfgang Walk, Karlsruher Spieleentwickler, über das Beheimatetsein in virtuellen Welten und über die Gruppenzugehörigkeit in Online-Spielen. Welche Formen von Identität und Zugehörigkeit entwickeln sich im Netz und welche führen zu fortschreitenden Radikalisierungstendenzen? Gefahren, wie die Existenz des Darknet oder Hackerangriffe, sollen auch diskutiert werden.

Termine

Die Stadtgespräche werden vom ZAK mit der Karlsruhe Event GmbH (KEG) in Kooperation mit den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) organisiert. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Professorin Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha. Die Termine finden jeweils um 19 Uhr, im Lichthof des BGV (Badischer Gemeinde-Versicherungs-Verband) in der Durlacher Allee 56, Karlsruhe statt. Weitere Informationen zum Programm sowie zu den Referentinnen und Referenten unter: www.zak.kit.edu/stadtgespraeche.