Prenzlauer Berg in Berlin
Für die Erstsemester wird die Suche nach einer Unterkunft mit jedem Jahr schwieriger, die Problematik „Wohnungssuche“ ist in Karlsruhe ein großes Thema. (Symbolfoto) | Foto: Jens Kalaene

Kampagne soll helfen

In Karlsruhe gibt’s zu wenig Unterkünfte für Studenten

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In Karlsruhe wohnen mehr als 300.000 Menschen. 40.000 davon sind Studenten. 4400 Plätze gibt es in Karlsruher Wohnheimen. Dieses Jahr kommen zum Wintersemester wieder 9000 neue Studierende in die Stadt. Für die Erstsemester wird die Suche nach einer Unterkunft mit jedem Jahr schwieriger, die Problematik „Wohnungssuche“ ist in Karlsruhe ein großes Thema.

Von unserer Mitarbeiterin Clara Müller-Wirth

Die Kampagne „Dach gesucht“ will Studierenden helfen, pünktlich zum Semesterstart eine Unterkunft zu finden. Ins Leben gerufen wurde die Initiative vor sieben Jahren von Wissenschaftsbüros der Stadt und dem Studierendenwerk. Sie macht mit verschiedenen Aktionen auf sich aufmerksam, um potenzielle Vermieter zu erreichen. So gab es im vergangenen Jahr beispielsweise einen Flashmob, bei dem sich Studenten auf dem Kirchplatz St. Stephan auf Liegen legten, um auf den Unterkunftsmangel hinzuweisen.

Kampagne „Dach gesucht“ tourt mit Bus von Wochenmarkt zu Wochenmarkt

Dieses Jahr tourt erstmalig der „Dach gesucht“-Bus als mobiles Vermittlungsbüro über verschiedene Wochenmärkte in der Stadt und hat ab nächstem Montag seinen festen Stand auf dem Friedrichsplatz.
Ziel der Tour durch Karlsruhe ist es, Vermieter zu finden, die sich vor Ort oder über die „Dach gesucht“-Hotline melden und mit Studierenden in Kontakt kommen können. Im Bus finden sich weitere Informationen und Tipps zur Wohnungssuche. Am Montag, 2. September, startete die Kampagne offiziell auf dem Stephanplatz.
Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz begrüßte mit einem japanischen Sprichwort: „Das Glück tritt gern in ein Haus, in dem gute Laune herrscht.“ Die Initiative will auch Wohnungsbesitzer dazu animieren, ihren ungenutzten Wohnraum zu vermieten. Luczak-Schwarz vergleicht das mit einer „Win-Win-Situation“: Studenten haben ein Dach über dem Kopf, und die Vermieter haben gleichzeitig einen zuverlässigen Mieter gefunden, so die Bürgermeisterin.

Wohnungsbesitzer sollen ungenutzten Wohnraum vermieten

Auch die Organisation „Wohnen für Hilfe – gemeinsam lebt sich’s besser“ war an diesem Vormittag vor Ort und stellte ihr nachhaltiges und soziales Konzept vor. Es werden Wohnpartnerschaften für Menschen vermittelt, die Hilfe benötigen, beispielsweise bei der Kinderbetreuung, beim Einkaufen oder einfach nur die Gesellschaft suchen. Im Gegenzug können Wohnungssuchende dort eine vergünstigte oder kostenlose Bleibe finden.
Der Geschäftsführer des Studierendenwerks, Michael Postert, wies anschließend nochmals darauf hin, dass der Wohnraum vor allem in den Wohnheimen für Studenten knapp sei. Rechne man die Zahlen an verfügbaren Zimmern hoch, so käme man auf neun Studierende pro Zimmer. „Das ist viel zu wenig Wohnraum“, betonte Postert so.
Am 13. September endet die Aktion. An diesem Vormittag habe es bereits erste Annoncen von Vermietern gegeben, berichtete Michael Postert am Montag.