Maibaum
Feste sind während der Corona-Krise untersagt. Die Frage, ob ein Maibaum in diesem Jahr aufgestellt werden darf, wird in Karlsruhe recht unterschiedlich gehandhabt. | Foto: Stephan Jansen

Frühjahrsbrauch in der Krise

In manchen Karlsruher Stadtteilen steht ein Maibaum

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Feste sind verboten, Bäume nicht: Die Frage, ob in diesem Jahr ein Maibaum gestellt werden soll, wird in Karlsruhe recht unterschiedlich gehandhabt.

Ohne großes Pipapo kommt Harald Beideck mit seinem Forstfahrzeug und einem zehn Meter langen Birkenstamm auf der Ladefläche nach Rintheim. Innerhalb von wenigen Minuten ist der Baum aufgestellt und Beideck wieder auf dem Heimweg Richtung Hagsfeld.

Feierliche Worte gibt es ebenso wenig wie den traditionellen Maibaumhock. Feste sind während der Corona-Krise schließlich untersagt und eine Ausnahme ist auch in der Walpurgisnacht nicht gestattet.

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„Zeichen der Hoffnung“

Dass in Rintheim deswegen kein Maibaum gestellt wird, war für Helmut Rempp allerdings keine Option. „Das ist auch ein Zeichen der Hoffnung. Wir wollen den Menschen schließlich zeigen, dass das Leben irgendwie weitergeht“, sagt der Vorsitzende des Bürgervereins Rintheim.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird auch ein Maibaum in Daxlanden aufgestellt. In anderen Stadtteilen wird auf diesen Frühjahrsbrauch im Corona-Jahr allerdings verzichtet.

„Ohne Fest nicht dasselbe“

„In diesen Zeiten einen Maibaum aufzustellen, halten wir für das falsche Zeichen“, sagt der Wettersbacher Ortsvorsteher Rainer Frank. Außerdem sei das Aufstellen des Maibaums untrennbar mit einem gemütlichen Beisammensein der Bevölkerung verbunden. „Ohne diese Feste ist das Maibaumaufstellen nicht dasselbe“, sagt Frank.

Noch deutlichere Worte findet Anton Huber, Ortsvorsteher von Wolfartsweier, wo ebenfalls kein Maibaum aufgestellt wird. Sein Fazit. „Ohne ein gemeinsames Bier macht so ein Baum keinen Spaß.“