Die Hauptdarstellerin im Kurzfilm - eine putzig-plüschigen Ratte - bedankt sich für den Filmpreis.
Die Hauptdarstellerin im Kurzfilm - eine putzig-plüschigen Ratte - bedankt sich für den Filmpreis. | Foto: Screenshot Dankes-Video

„Independent Days“

Filmfestspiele Karlsruhe: Plüschratte grüßt aus Minnesota – samt Dank an die BNN

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Wie charmant eine Videobotschaft sein kann zeigte ein Videogruß aus Minnesota in den USA. Er war einer von vielen herzlichen Video-Grußbotschaften zum Dank für einen Preis beim Filmfestival „Independent Days“.

Aus ihrem Dank per Videogruß machten das Regieduo Justin und Kristin Schaack quasi einen Epilog zu ihrer herzerwärmend ironischen Märchenromanze „Fairy Tail“, die den „Short Shortfilm Award“ für den besten Kurzfilm unter fünf Minuten erhielt.

Epilog mit Muppet-Show-Charme

Der Film erzählt, wie eine junge Frau die Liebe auf den ersten Blick entdeckt – mit einer putzig-plüschigen Ratte, die sie als nächtlichen Ruhestörer in ihrer Küche aufstöbert. Diese mit Muppet-Show-Charme agierende Rattenpuppe meldete sich auch im Dankesvideo zu Wort – samt ausdrücklichem Dank an die BNN als Stifterin „Short Shortfilm Award“.

Budget-Grenzen der „Independent Days“

Sie Schaacks sind übrigens nicht die einzigen Preisträger des Karlsruher Filmfestivals „Independent Days“, die ihre Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen konnten. Die starke internationale Ausrichtung des Festivals stößt hier an ihre Budget-Grenzen.

Hauptpreis und Schauspielpreis für „Hans im Pech“

Die Hauptgewinnerin war anwesend und durfte gleich zweimal nach vorne zu Festivalleiter Oliver Langewitz und Moderator Markus Brock: Rena Dumont nahm für ihren meisterhaften 30-Minüter „Hans im Pech“ sowohl den Schauspielerpreis „Zeus“ für ihren Hauptdarsteller Markus Hering entgegen wie auch den mit 2500 Euro dotierten Hauptpreis, gestiftet von der Kulturstiftung der Sparkasse.
Mit ungemein detailreichem und liebevollem Setdesign sowie grandioser Kameraarbeit entführt der Film in die 60er Jahre und erzählt, wie der mürrische Fabrikarbeiter Hans Himmelreich zur Beerdigung seiner Großmutter hinter den Eisernen Vorhang in die Tschechoslowakei reist und dort vom Glück überrascht wird.

Hohes Niveau beim Film- & Vision-Schul-Contest

Beeindruckendes Niveau hatte auch der diesjährige Beitrag des Film- & Vision-Schul-Contests: Eine Schülergruppe des Fichte-Gymnasiums unter der Anleitung des Theaterpädagogen Holger Metzner den zehnminütigen Film „Made my day“ gedreht. Die Uraufführung bescherte den Besuchern der Award-Gala im großen Schauburg-Saal eine wendungs- und pointenreiche Geschichte à la „Und täglich grüßt das Murmeltier“: Eine Schülerin erlebt einen dramatischen Tag immer wieder von neuem. Als sie es dann endlich schafft, einen fatalen Unfall zu verhindern, hat das völlig unerwartete Konsequenzen.
Strahlende Preisträger und zufriedene Festivalmacher und Unterstützer versammelten sich zum Fototermin nach der Award-Gala der Independent Days in der Schauburg.
Strahlende Preisträger und zufriedene Festivalmacher und Unterstützer versammelten sich zum Fototermin nach der Award-Gala der Independent Days in der Schauburg. | Foto: FugeFoto

Viele Preisvergaben

Im Reigen der Preisvergabe gingen weitere Auszeichnungen an die Filme „Sand im Getriebe“ von Sebastian Heidelberger und Florian Manz (Newbie-Award), „Unmasked“ von Mostfa Keshvari aus Kanada (bester Langfilm), „The Great British Race-Off“ von Natasha Jatania (Female Award), „Something About Alex“ von Reinout Hellenthal (beste Filmmusik), „Teppichluder“ von Alexander Lony („Die kleine ID“), „Tracing Addai“ von Esther Niemeier (Roncalli-Forum-Filmpreis) und „Prisoner of Society“ von Rati Tsiteladze (Georg-Fricker-Filmpreis), den „Zeus“ für die beste Schauspielerin erhielt Esther Maaß für ihre Leistung in dem Thriller „Ingenium“.

Publikumspreis für österreichische Krimikomödie

Mit den Preisträgern freuten sich die Veranstalter: Die zahlreichen Veranstaltungen (an fünf Tagen wurden 150 Filme aus 43 Ländern gezeigt) waren gut bis sehr gut besucht. Zum Finale des Publikums-Wettbewerbs platzte der große Schauburg-Saal schier aus allen Nähten. Die Auszeichnung in dieser Kategorie ging an die österreichische Krimikomödie „Karneval der Kellner“ von Alexander Peskador.