Felix Köppenkastrop-Lüker von der Innovations-Plattform „Startup Autobahn“ sucht in Karlsruhe nach neuen Ideen für den Daimler-Konzern.
Felix Köppenkastrop-Lüker von der Innovations-Plattform „Startup Autobahn“ sucht in Karlsruhe nach neuen Ideen für den Daimler-Konzern. | Foto: Markus Gilliar

BNN-Interview

Innovationsplattform „Startup Autobahn“ sucht in Karlsruhe nach neuen Ideen für Daimler

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Felix Köppenkastrop-Lüker von der Innovations-Plattform „Startup Autobahn“ sucht in Karlsruhe nach neuen Ideen für den Daimler-Konzern. Im BNN-Interview erklärt er, warum man sich an der Karlsruher Konferenz „Zukunftstüftler“ als Partner beteiligt hat.

Warum ist die Verbindung zu Start-ups aus Karlsruhe für Daimlers Innovationsplattform „Startup Autobahn“ so wichtig?

Köppenkastrop-Lüker: In Stuttgart ist die „Startup Autobahn“ schon sehr bekannt. Aber wir wollen auch über die Region hinaus aktiv werden und die Start-ups, die wir vor unserer Tür haben, zu uns holen. Daimler ist ein Weltkonzern, doch in puncto Digitalisierung oder beim Thema Künstliche Intelligenz müssen wir uns schneller weiterentwickeln als das in den üblichen Unternehmensstrukturen möglich ist. Deshalb bieten wir mit dem 100-tägigen Programm der „Startup Autobahn“ jungen Start-ups den Zugang zu unserem Unternehmen. Wir kaufen diese Firmen nicht, sondern testen deren Technologien und schauen, ob sie für uns funktionieren. Die Start-ups ihrerseits haben den Vorteil, dass sie ihre Produkte unter realen Marktbedingungen weiterentwickeln können.

Nach welchen Menschen und welchen Ideen suchen Sie auf der Zukunftstüftler-Konferenz?

Köppenkastrop-Lüker: Wir scouten für den gesamten Automobilkonzern. Nicht nur in Forschung und Entwicklung, auch bei Produktionsprozessen, der Lieferkette oder im Bereich der Human Resources, also im Personalmanagement, sind Verbesserungen möglich. Ganz besonders wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit. Dazu haben wir bereits 1 500 Start-ups gescoutet, die helfen könnten, Daimler grüner zu machen. Zum Beispiel gibt es ein Unternehmen, das einen Weg gefunden hat, Bauteile aus CO2 herzustellen – das könnte uns den Weg zum CO2-negativen Fahrzeug ebnen. Ein anderes Start-up ersetzt Kunststoffe oder Innenschaumteile aus Plastik durch komplett ungiftige Materialien auf Grundlage von Pilzen.

Welche Technologien braucht die Automobilbranche für die Zukunft?

Köppenkastrop-Lüker: Alle Technologien, die uns helfen, unsere „Ambition 2039“-Ziele zu erreichen, die der Daimler-Vorstandsvorsitzende Ola Källenius definiert hat: Eine ganzheitliche, nachhaltige Unternehmensstrategie mit dem Anspruch, bis in 20 Jahren klimaneutral zu sein – sowohl bei den Neuwagen-Modellen als auch in der Produktionskette. Bereits 2022 wollen wir in allen europäischen Werken CO2-neutral produzieren, für 2030 peilen wir mehr als die Hälfte des Pkw-Absatzes mit Plug-in-Hybriden oder rein elektrischen Fahrzeugen an.

Startup Autobahn: Startup Autobahn in eine Innovations-Plattform des Daimler-Konzerns, die ausgewählten Start-ups für jeweils 100 Tage die Möglichkeit bietet, in Pilotprojekten zusammenzuarbeiten. Weitere Informationen unter www.startup-autobahn.com