Majolika
Die Majolika im Karlsruher Hardtwald steht vor einer Neuausrichtung. | Foto: jodo

„Hahn und Henne“ am Ahaweg

Majolika in Karlsruhe vor Übernahme durch privaten Investor

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Die Karlsruher Majolika wird voraussichtlich von der für ihre Serie „Hahn und Henne“ bekannten Zeller Keramik Manufaktur übernommen. Dies gaben am Mittwoch Vertreter beider Seiten sowie der Stadt bekannt.

„Hahn und Henne“ ziehen in Majolika

Das im Schwarzwald ansässige Unternehmen will demnach Teile seiner Gebrauchskeramik-Produktion in den Karlsruher Hardtwald verlegen. Parallel dazu soll dort weiter die Majolika-Linie hergestellt werden.

Ein Unternehmenssprecher kündigt zudem eine „gläserne Keramikmanufaktur“ am Standort im Ahaweg an. Das im städtischen Besitz befindliche Gelände will der Investor kaufen.  „Denkbar ist auch eine Erbpachtregelung“, sagt Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz.

Alter Glanz

Die Produktionsanlagen werde man für einen siebenstelligen Betrag aufrüsten. Ziel sei, die Majolika zu erhalten und zu altem Glanz zu führen.
Die 1901 gegründete Majolika trägt zwar noch den Titel „staatlich“. Nachdem das Land ausstieg, wird sie jedoch seit 2011 von einer Stiftung als GmbH betrieben. Sie ist somit schon privatisiert, jedoch auf finanzielle Hilfe der Stadt angewiesen.

Gemeinderat entscheidet am 20. November

Diese GmbH könnte – so der Karlsruher Gemeinderat am 20. November zustimmt – von dem Zeller Unternehmen übernommen werden.
Die Stiftung soll sich künftig hingegen auf den künstlerischen Bereich konzentrieren. Dabei könne es etwa um Stipendien, Auftragsarbeiten oder Kunst am Bau gehen, erläutert Kulturbürgermeister Albert Käuflein.

Bisher 300.000 Euro von der Stadt

In diesem Bereich sei weiter eine finanzielle Unterstützung der Stadt – zuletzt flossen 300.000 Euro jährlich – denkbar. Käuflein spricht insgesamt von einer einmaligen Chance, die Manufaktur in eine gute Zukunft zu führen.

 

Interessante Option

Klaus Lindemann von der Majolika-Stiftung zeigt sich ebenfalls angetan von der neuen Entwicklung – zumal er mit seinen Mitstreitern in der Vergangenheit immer wieder um die finanzielle Unterstützung der Stadt kämpfen musste.

„Das ist jetzt eine interessante Option“, meint er. Klar sei, dass man die Majolika nicht verscherble. Man wolle vielmehr den Leuchtturm wieder weit nach außen strahlen lassen. „Und dafür können wir uns keinen besseren Partner vorstellen.“