Lichterfest
Der neunarmige Leuchter erinnert beim jüdischen Lichterfest an ein Wunder. Das wird auch in Karlsruhe gefeiert: Am Montag um 17.30 Uhr lädt Rabbiner Mordechai Mendelson zum Fest am Marktplatz. | Foto: jodo

Chanukka erinnert an Wunder

Das jüdische Lichterfest im Herzen der Weihnachtsstadt Karlsruhe

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Inmitten der Weihnachtsstadt, direkt in der Achse Eiszeit-Pyramide-Riesenrad, hat ein jüdisches Symbol einen Platz gefunden: Rund vier Meter hoch ist der Leuchter, der vom achttägigen Lichterfest Chanukka kündet. Das beginnt am Sonntagabend und erinnert an ein Wunder – das auch in Karlsruhe gefeiert wird.

Musik zum Lichterfest

Rabbiner Mordechai Mendelson von Chabad Baden lädt am Montagabend zum öffentlichen Zünden der Lichter ein. Aus Straßburg reisen Musiker an, denn Musik gehört zu dem Fest dazu. Jahr für Jahr tanzen die Gäste fröhlich um den Leuchter herum.

Der Rabbiner und seine Frau Yehudit verteilen Krapfen. Die gibt es auch am Mittwoch, 5. Dezember, wenn die Jüdische Gemeinde in der Knielinger Allee zum Zünden des vierten Lichts einlädt. Auch Kartoffelpuffer werden dort angeboten – denn in Öl gebackene Spezialitäten passen gut zum Ursprung des Festes.

Erinnerung an ein Wunder

Chanukka bezieht sich auf die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem nach dem erfolgreichen Makkabäeraufstand. Die Menora, der siebenarmige Leuchter im Tempel, sollte danach niemals wieder erlöschen.

Doch das geweihte Öl reichte eigentlich gerade mal einen Tag. Für die Herstellung von Nachschub wurden acht Tage benötigt. Durch ein Wunder brannte das Licht am Ende tatsächlich acht Tage, heißt es.

Jeden Tag ein Licht mehr

Daran erinnert der Chanukkia genannte Leuchter: Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen. Das neunte Licht ist die Dienerkerze, mit der die anderen entfacht werden.

Rabbiner Mendelson lässt Abend für Abend am Marktplatz die Lichter erstrahlen, auch wenn nur am Montag groß gefeiert wird.

Miteinander in der Stadt

Seit 13 Jahren ist er im Herzen der Stadt zum Lichterfest mit seinem Leuchter präsent. Dass er in der Nähe des Christkindlesmarktes steht, stört ihn nicht. Im Gegenteil: „Es zeigt wunderbar das Miteinander in der Stadt.“

Auch Vertreter der beiden christlichen Kirchen kommen zu seinem Fest, ebenso Bürgermeister Albert Käuflein.

Leuchter an zentralen Plätzen der Stadt

In Berlin beispielsweise entzündet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Brandenburger Tor die Lichter. In Städten weltweit finden sich an zentralen Plätzen Chanukka-Leuchter.

„Es ist schön, dass dies möglich ist, ohne dass man sich Sorgen machen muss“, sagt Mendelson. Er freut sich, wenn Passanten stehen bleiben und nachfragen, was es mit der Sache auf sich hat. „Es geht darum, Licht in die Dunkelheit zu bringen – das ist an Weihnachten ja ganz ähnlich.“

Termine

Das öffentliche Zünden der Chanukkia am Marktplatz beginnt am Montag um 17.30 Uhr. Bei der Jüdischen Gemeinde in der Nordstadt, Knielinger Allee 11, geht es am Mittwoch um 18.30 Uhr los.