Ab in den Rhein hieß es für 50 Kilo nur zentimentergroße Jungaale bei einer gemeinsamen Aktion von Zoll und Regierungspräsidium. | Foto: Donecker

170.000 Tiere

Junge Aale im Rhein bei Karlsruhe in Freiheit entlassen

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Statt nach Asien in den Rhein: Am Stuttgarter Flughafen hat der Zoll am Dienstag 50 Kilogramm Glasaale (Aale im Jugendstadium) beschlagnahmt, die aus Paris auf dem Weg nach Asien waren. Die Tiere sind in Karlsruhe in den Rhein und in Freiheit entlassen worden. Wir haben die Bilder.

Der Handel mit dem europäischen Aal ist nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen streng geregelt. In einer kurzfristigen Aktion gab das Bundesamt für Naturschutz (BfN) das Verbringen der geschützten Aale in einen geeigneten Lebensraum frei. Das Umweltministerium vereinbarte mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe, die Tiere unverzüglich in den Rhein bei Karlsruhe zu besetzen.

170.000 Tiere in Freiheit entlassen

Am Karlsruher Pionierhafen haben Mitarbeiter der Fischereibehörde des Regierungspräsidiums die Aale entgegengenommen. Anschließend begann die Gewöhnungsphase an die aktuelle Wassertemperatur. Ziel war es, von den rund 170.000 Tieren möglichst viele lebendig in ihren angestammten Lebensraum zu entlassen. In Baden-Württemberg besteht seit Jahren ein Fangverbot für die Aale. Die Fischereibehörde des Regierungspräsidiums koordiniert auf baden-württembergischem Gebiet seit Jahren das Aalschutzprogramm und ist für solche Einsätze ausgerüstet.

Europäischer Aal ist vom Aussterben bedroht

Junge Glasaale beziehungsweise Steigaale müssen die Flüsse emporsteigen können, um für eine natürliche Erneuerung des Bestandes zu sorgen. Seit einigen Jahren werden vor allem für die Aale, neben den bisher bereits etablierten Fischaufstiegshilfen auch Fischabstiege geplant und gebaut. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Bestand des Europäischen Aals demnach dramatisch zurückgegangen. Der Fisch gilt als vom Aussterben bedroht.