Landratsamt Karlsruhe
(UN)VERZICHTBAR: Abriss und Ersatz oder Erhalt und Sanierung – bei dieser Frage zur Zukunft des Landratsamts scheiden sich die Geister. | Foto: Hora

Stadtbildfreunde gegen Abriss

Kampf um Hochhaus

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Der Landkreis will sein Hochhaus an der Kriegsstraße abreißen und daneben einen neuen 70-Meter-Turm für das Landratsamt bauen. Dagegen laufen Stadtbildfreunde Sturm. Aber der Kreistag hat es schon beschlossen. Dabei weiß er die Karlsruher Stadtspitze mit im Boot.

Stadtverwaltung und Kreisverwaltung streben gemeinsam 2019 einen städtebaulichen Wettbewerb an, bestätigt Baubürgermeister Daniel Fluhrer. Ein Architektenwettbewerb für die 100-Millionen-Investition folge, erklärt Landrat Christoph Schnaudigel. Der Karlsruher Gemeinderat beziehungsweise sein Planungsausschuss werden erst Anfang 2019 richtig mit dem Thema „Landratsamt“ befasst. Allerdings hat Fluhrer die Stadträte im Planungsausschuss schon vor dem positiven Signal an den Landkreis über die Absichten informiert.

Noch viele offene Fragen

„Bei diesem bedeutenden Projekt kommt es auf das städtebauliche Gesamtbild an“, betont Fluhrer. Deshalb wolle man auch das städtische Nachbargrundstück direkt am Ettlinger Tor – wo heute noch U-Strab-Baucontainer stehen – in den Gestaltungswettbewerb einbringen. Auch wenn das Denkmal Landratsamt wegen des Sanierungszwangs „faktisch nicht zu erhalten ist, gibt es noch viele offene Fragen“, erklärt Fluhrer.

Architekten und Stadtbildpfleger sind gegen Abriss

Schwere Geschütze gegen den Abriss fahren indessen Architekten und Stadtbildpfleger auf. Sie wollen nicht kampflos hinnehmen, dass das eigentlich denkmalgeschützte Bauwerk aus der Karlsruher Skyline radiert wird. Das Argument des Landkreises, dass der Denkmalschutz wegen des notwendig gravierenden Sanierungseingriffs erlösche, lassen die Kritiker nicht gelten.

Ein prägendes Zeugnis des „international style“

Neben der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher-Stadtbild (AKS) macht sich auch das nationale Online-Magazin moderneREGIONAL für den Erhalt des ehemaligen Badenwerk-Hochhauses stark. Der von 1961 bis 1966 errichtete Bau mit seiner Aluminium-Glas-Fassade sei „ein prägendes Zeugnis des „international style“. Nicht nur der Einfluss von Egon Eiermann sei wichtig. Der Baukomplex stehe damit in der Tradition des stilbildenden Weltstararchitekten Mies van der Rohe, heißt es in dem Magazin.

Entschieden plädiert die AKS „für den Erhalt des stadtbildprägenden Hochhauses von besonderer Qualität“.