Symbolbild | Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Behörde gibt Tipps zum Schutz

Polizei Karlsruhe schnappt Enkeltrickbetrügerin

Die Karlsruher Polizei hat am Donnerstag eine Enkeltrickbetrügerin auf frischer Tat ertappt. Die 38-jährige Frau hatte es auf das Geld von älteren Männern und Frauen aus Karlsruhe, Ettlingen, Pfinztal und Östringen abgesehen. Am heutigen Freitag wird sie dem Haftrichter vorgeführt, melden Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung. 

Bereits am Nachmittag waren laut Polizei mehrere Fälle bekannt geworden, bei denen ältere Menschen Anrufe von einer vermeintlich verwandten Person erhalten hatten. Die Frau behauptete am Telefon, sich in einer finanziellen Notlage zu befinden. Die Kriminalpolizei leitete sofort Ermittlungen ein und konnte die 38-Jährige auf frischer Tat ertappen, als sie von einer 92-jährigen Seniorin gerade Goldmünzen in Empfang nehmen wollte. Die Goldmünzen waren rund 11.000 Euro wert, meldet die Polizei. Die Seniorin sei überzeugt davon gewesen, tatsächlich ihrer Enkelin in Not zu helfen.

Taxifahrerin verhindert Enkeltrickbetrug

Laut Polizei war schon am Mittwoch ein versuchter Enkeltrick-Betrug nur knapp verhindert worden: Wie die Behörde informiert, hatte eine Taxifahrerin am Nachmittag eine Frau aus Karlsbad zu deren Hausbank gefahren. Die Frau wollte dort einen größeren Geldbetrag abheben. Im Gespräch mit der Passagierin fiel der Taxifahrerin der mögliche Betrug auf – das Opfer sei nämlich angewiesen worden, sämtliche Ersparnisse von der Bank abzuheben. Das Geld sei auf der Bank angeblich nicht mehr sicher. Die Taxifahrerin verständigte die Polizei.

Falscher Polizist am Telefon

Am späten Donnerstagabend wurden der Polizei vier Anrufe gemeldet, bei denen sich angebliche Polizeibeamte bei älteren Bürgern meldeten. Diese drängten darauf, nach einer behaupteten Festnahme von Einbrechern nun die Wertsachen in Sicherheit zu bringen. Bei manchen Anrufen nannte sich der Betrüger „Kriminalhauptkommissar Weber“.

Wie kann ich mich vor Enkeltrickbetrügern oder Polizeibetrügern schützen? Die Polizei gibt Ratschläge:

  • Die Polizei ruft niemals unter dem Polizeinotruf 110 an.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie den Hörer auf. So werden Sie Betrüger los.
  • Werden Sie misstrauisch bei Forderungen nach schnellen Entscheidungen, Kontaktaufnahme mit Fremden sowie bei der Herausgabe von persönlichen Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen.
  • Wählen Sie die 110 und teilen Sie den Sachverhalt mit. Benutzen Sie nicht die Rückruftaste, da Sie sonst wieder bei den Tätern landen.
  • Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder Personen, denen Sie vertrauen.
  • Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer oder die Anruferin tatsächlich eine verwandte Person ist. Legen Sie auf und rufen Sie anschließend den angeblichen Verwandten selbst unter seiner bekannten Telefonnummer zurück.

Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110972/3965604