Geldscheine liegen auf einem Haufen
Geld von Kunden annehmen, aber es nur zu einem geringen Teil reinvestieren - und die Mittel stattdessen nutzen, um anderen Anlegern Geld zu zahlen: Mit so einem Schneeballsystem soll ein 46-jähriger Geschäftsmann aus Karlsruhe seit 2010 zahlreiche Anleger betrogen haben. | Foto: Daniel Reinhardt/Archiv

Betrug nach Schneeballsystem

Anlagebetrug in Karlsruhe: Polizei ermittelt gegen Geschäftsmann

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Geld von Kunden annehmen, aber es nur zu einem geringen Teil reinvestieren – und die Mittel stattdessen nutzen, um anderen Anlegern Geld zu zahlen: Mit so einem Schneeballsystem soll ein 46-jähriger Geschäftsmann aus Karlsruhe seit 2010 zahlreiche Anleger um mehrere hunderttausend Euro betrogen haben.

Wegen des Verdachts des Anlagebetrugs hat die Polizei am Mittwoch die Wohn- und Geschäftsräume eines 46-jährigen Manns aus Karlsruhe durchsucht. Laut Polizei ist der Mann Geschäftsführer von insgesamt zehn Investment- und Wohnbaufirmen. Seit 2010 soll er mit einem Kapitalanlagenmodell zahlreiche Kunden um ihre Einlagen betrogen haben – nach Informationen der Deutschen Presseagentur geht es um einen Schaden von mehreren hunderttausend Euro im Raum Karlsruhe und im Rhein-Neckar-Kreis. Das Dezernat für Wirtschaftskriminalität und die Staatsanwaltschaft Karlsruhe sind dem Geschäftsmann schon seit mehreren Monaten auf der Schliche und ermitteln wegen Betrug, Untreue und Verstoß gegen das Kreditwesengesetz.

Betrug nach dem Schneeballsystem

Wie die Polizei meldet, soll der 46-Jährige das von den Kunden entgegengenommene Kapital nur zu einem geringen Teil in Immobilien investiert haben. Der Mann soll eine Art Schneeballsystem genutzt haben. Dabei gibt es Gewinne fast nur durch neue Teilnehmer, die frisches Kapital einbringen. Der Karlsruher Geschäftsmann soll – entgegen der Verträge und Zusagen – nur einen geringen Teil des Kapitals seiner Kunden in Immobilien investiert haben. Das meiste Geld habe er verwendet, um eigene Ansprüche oder die anderer Anleger zu befriedigen. Ein Teil sei wohl innerhalb des Firmengeflechts verschoben worden.

Bei den Durchsuchen entdeckten die Ermittler Unterlagen und Rechner mit Datenbeständen, die nun ausgewertet werden sollen.

… und dann auch noch ohne Führerschein unterwegs

Und als ob das nicht genug wäre, hat der Geschäftsmann auch noch eine Anzeige wegen Fahrens ohne Führerschein an der Backe: Der 46-Jährige hatte seinen nämlich bereits im November 2010 verloren, meldet die Polizei – und war wohl dennoch nach der Wohnungsdurchsuchung mit dem Auto in seine Firmenräume gefahren.

(ots/bnn/dpa)