In der Baustelle auf der Karlsruher Michelinstraße kam es am Montag zu einem Unfall, weil ein 600 Kilogramm schweres Metallteil auf die Straße kippte und einen Pkw traf. Ein nachfolgender Lkw filmte den Vorfall mit einer Dashcam.
In der Baustelle auf der Karlsruher Michelinstraße kam es am Montag zu einem Unfall, weil ein 600 Kilogramm schweres Metallteil auf die Straße kippte und einen Pkw traf. Ein nachfolgender Lkw filmte den Vorfall mit einer Dashcam. | Foto: jodo

Stahlbolzen fällt auf Dach

Karlsruhe: Erneut Unfall in der Baustelle auf der Michelinstraße

Anzeige

Nachdem es am Montag in der Karlsruher Michelinstraße zu einem Unfall kam, bei dem sich eine rund 600 Kilogramm schwere, sogenannte Spunddiele von einem Bagger löste und ein vorbeifahrenden Autos traf (die BNN berichteten), hat es am Freitagvormittag  an der selben Stelle erneut einen Unfall gegeben. Das teilte das Polizeipräsidium der Fächerstadt mit.

Gegen 10.20 Uhr fuhr ein 46-jähriger Mercedes-Fahrer an der Baustelle vorbei, als ihm plötzlich ein 25 Zentimeter langer Stahlbolzen auf das Fahrzeugdach fiel. Wie sich herausstellte, beabsichtigte ein Baggerführer eine im Erdreich eingelassene Trennwand nach oben zu ziehen. Zwischen der Stahltrennwand und dem Zugseil des Baggers sollte ein Verbindungsglied mittels eines Bolzen gehalten werden.

Potentiell lebensgefährlich

Nach bisherigen Ermittlungen durch das Polizeirevier Karlsruhe-West war offenbar der Sicherungsstift nicht korrekt eingeführt, so dass sich der Stahlbolzen beim Anheben der Trennwand löste, der Bolzen nach oben schleuderte und gegen den vorbeifahrenden Pkw prallte – zuerst auf das Dach, dann auf die Windschutzscheibe und zuletzt auf die Motorhaube. Wie auch am Montag wurde bei diesem Unfall niemand verletzt.

Am Mercedes entstand ein Schaden in Höhe von geschätzt 2.000 Euro – deutlich weniger als bei dem Vorfall am Montag, bei dem 30.000 Euro Sachschaden entstand. Potentiell gefährlich war der Vorfall am Freitag dennoch: „Wenn der Bolzen direkt auf der Windschutzscheibe oder durch die Windschutzscheibe hindurch im Fahrerraum gelandet wäre, hätte das durchaus lebensgefährlich sein können“, meint Polizeisprecher Frank Otruba.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Baustelle, an der es nun innerhalb einer Woche zwei gefährliche Vorfälle gab, erfülle laut Polizei aber alle Sicherheitsvorgaben. Bei dem Vorfall am Freitag geht die Polizei von menschlichem Versagen als Ursache aus. Die Ursache des Unfalls am Montag ist noch nicht geklärt, die Untersuchungen dauern an. In beiden Fällen wurden Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet.

Ein Post des Videos eines Lkw-Fahrers über diesen Vorfall, der zuvor mit über 200.000 Aufrufen zum viralen Hit geworden war, ist mittlerweile auf Facebook entfernt worden; beim SWR ist die Sequenz jedoch noch abrufbar.