Die Schlosslichtspiele sind den Sommer über in Karlsruhe ein Magnet | Foto: jodo

Stadt liegt über Landestrend

Tourismusbilanz belegt: Karlsruhe ist vielen eine Reise wert

Karlsruhe positioniert sich weiter als Reisedestination – mit Erfolg: Das Tourismusergebnis für 2017 liegt deutlich über dem Landesschnitt.

Das verdeutlichten am Freitag Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz und Tourismus-Chef Klaus Hoffmann bei der Präsentation der Jahresbilanz in den Räumen des ZKM.

Karlsruhe setzt auf Kulturtourismus

Hoffmann spricht von einem „phänomenalen Jahr“. Und Luczak-Schwarz sieht vor allem den Kulturtourismus als Erfolgsgarant: „Der Tourismus braucht Kultur.“

Und die habe Karlsruhe mit 125 Kultureinrichtungen, Institutionen, Hochschulen und Kreativstätten zu bieten.

ZKM beflügelt

Sowohl Hoffmann als auch Luczak-Schwarz verwiesen auf das ZKM: Das wurde bekanntermaßen jüngst auf Platz sechs der Top-10-Weltmuseen gewählt.

„Es wird in einem Atemzug mit dem Museum of Modern Art in New York und dem Centre Pompidou in Paris genannt“, so Luczak-Schwarz.

Facelifting

„Karlsruhe unterzieht sich gerade einem Facelifting“, so ZKM-Chef Peter Weibel mit Blick auf die Baustellen. Also müssten Besucher Gründe haben, die Stadt zu besuchen – beispielsweise eben Kunst und Kultur.

Das ZKM selbst präsentiert derzeit die viel beachtete und stark zukunftsorientierte Schau „Open Codes“.

Zuwachs um 6,1 Prozent

Die Zahl der Übernachtungen in Karlsruhe insgesamt stieg gegenüber 2016 um 6,1 Prozent auf nun 1.168.584. In Baden-Württemberg wurde ein Zuwachs um 1,7 Prozent auf jetzt 52.932.457 Übernachtungen verzeichnet.

Im Städteranking liegt Karlsruhe bei den Übernachtungen auf Platz fünf hinter Stuttgart, Freiburg, Heidelberg und Mannheim. Baden-Baden beispielsweise erreichte die Zahl von 967.040 Übernachtungen.

Fächer- vor Quadratestadt

Bei den angekommenen Gästen – mit einem Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr kam Karlsruhe 2017 auf 669.579 – schiebt sich die Fächer- noch vor die Quadratestadt auf Rang vier.

Insgesamt setzt Karlsruhe einen Trend fort: Die Zahl der Übernachtungen stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an, 2013 waren es noch 267.545. Gleiches gilt für die Zahl der ankommenden Gäste: 2013 wurden 134.196 registriert.

Veranstaltungen sind Magnete

Ein Blick in die Statistik belegt: Die diversen Veranstaltungen in der Stadt sind ein Magnet für Besucher von außerhalb. Im Mai beispielsweise wurde mit 108.000 Übernachtungen ein Plus um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbucht.

Hoffmann führt dies nicht zuletzt auf die Heimattage Baden-Württemberg zurück. Die starteten offiziell am 6. Mai 2017.

Zuwächse im Sommer und im Dezember

Deutliche Zuwächse gab es ebenso in den Sommermonaten und im Dezember. Dafür sind nach Überzeugung der Experten die Schlosslichtspiele – für die das ZKM künstlerisch zuständig ist – und die überarbeitete Weihnachtsstadt mit verantwortlich.

Beide seien wichtige Angebote für den Tourismus und die Bevölkerung, so Luczak-Schwarz. „Das macht die Stadt erlebbar.“ Die Schlosslichtspiele seien ein einzigartiges Format vor herrlicher Kulisse. Und das Konzept der Weihnachtsstadt, verschiedene Plätze zu bespielen und zu verbinden, gehe auf, so die Erste Bürgermeisterin.

24,4 Prozent aus dem Ausland

2017 gingen 24,4 Prozent der Übernachtungen auf das Konto von Gästen aus dem Ausland. Sie kommen besonders den Sommer über in die Stadt.

An der Spitze der Herkunftsländer liegen weiter die Schweiz und Liechtenstein (26.360 Übernachtungen), gefolgt von den Niederlanden (25.718) und Frankreich (19.494).

Zuwächse bei Rumänien

Es folgt Rumänien mit 17.300 Übernachtungen. Bei diesem Land gab es die größten Zuwächse (plus 6.479), während es Rückgänge beispielsweise bei Großbritannien (um 1.070 auf 13.313) gab. Deutliche Zugewinnen verzeichnet Karlsruhe unter anderem bei den Arabischen Golfstaaten, China und Hongkong.

Ein Plus von 1 824 Übernachtungen registrierte man bei Indien: Mit diesem Land kooperiert Karlsruhe verstärkt, immer wieder präsentiert sich die Stadt auch mit ihren Institutionen wie dem ZKM auf dem Subkontinent.

Israelis begeistert

Bei den Gästen aus Israel gab es ebenfalls einen Zuwachs um 1 244 Übernachtungen auf jetzt 11 370. Dieses Land ist zwar vergleichsweise klein.

Die Israelis zeigen sich jedoch besonders begeistert vom Schwarzwald und sind oft sehr kulturinteressiert.

Verweildauer ist konstant

Die durchschnittliche Verweildauer der Touristen in Karlsruhe hat sich im Jahr 2017 nicht verändert: Sie lag wie schon 2016 bei 1,7 Tagen. Reisende aus dem Ausland bleiben im Schnitt 1,7 Tage.

Die relativ kurze Aufenthaltszeit resultiere auch daraus, dass Geschäftsreisende sowie Tagungs- und Kongressteilnehmer noch immer die größte Gästegruppe bildeten. Besucher von Kulturveranstaltungen bleiben ebenso häufig nur kurz.

 

Kommentar

Gefühlt ist in Karlsruhe richtig was los, nicht nur, aber eben auch in den in anderen Städten oft eher ruhigen Sommermonaten.

Dass dies viele Karlsruher und Menschen aus der Region begeistert, weiß jeder, der sich in seinem Bekanntenkreis umhört.

Publikumsmagneten

Die jetzt vorgelegte Tourismusbilanz untermauert darüber hinaus: Diese Events sind gleichzeitig Publikumsmagneten für Besucher von weit her.

Egal ob Theater, Ausstellungen oder Weihnachtsstadt: In Karlsruhe läuft vieles richtig – was der Tourismus erfolgreich vermarkten kann. Viele Akteure arbeiten gut zusammen und können auf das Geleistete stolz sein.

Erfolgsgeschichte

Gerade die Erfolgsgeschichte der Schlosslichtspiele zeigt, wie befruchtend es sein kann, wenn Topinstitutionen wie das ZKM im öffentlichen Raum Akzente setzen.

Modern, zukunftsorientiert und sympathisch werden auf hohem Niveau die Bürger begeistert. Eine Stadt kann sich glücklich schätzen, wenn sie dies bieten kann.